Alle in Trance

mit-Onkel

„Die Menschen sind unfähig, aufrichtig zu sich selbst zu sein. Sie können nicht über sich sprechen, ohne das Bild zu schönen … Egoismus ist ein Laster, das die Menschen von Geburt an verfolgt; sie sind nur äußerst schwer davon zu heilen.“ Akira Kurosawa

Auch der Film „Trance“ (2013) spielt auf interessante Weise mit verschiedenen, kompliziert verschlungenen Sichtweisen. Gut gemacht und spannend, doch fand ich, daß Realität in der Regel nicht so verknäult ist – abgesehen davon, handelt es sich bei Hypnose eher um einen Zirkus-Trick. „The film so heavily relies on tricking the audience that it’s actually very easy to get lost and unfortunately lose interest in the film.”

Meine Frau hat einen Wagen gemietet, weil es die einzige Möglichkeit ist, im Notfall eventuell noch bis zum ~40km entfernten Krankenhaus in Manado zu kommen. Ein Klotz von Auto. Ich mag es nicht, aber es ist bequem. Der dafür benötigte Fahrer, Neffe meiner Frau und Onkel von Lolita – wir wohnten im „Rattenloch“ sogar zusammen – versorgte uns auch im Fall „Rashomon“ mit Informationen. Daß er den Wagen nicht privat auf unsere „Benzin-Kosten“ benutzen würde, war von vornherein eher unwahrscheinlich. In letzter Zeit wurde auffällig mehr Benzin verbraucht – und sein Erspartes anscheinend auch. Lolitas Mutter Reni erklärte uns nun wieso: Lolita fährt in „unserem“ Wagen mit ihrem Onkel in der Gegend herum. Sie übernachten auch gemeinsam an verschiedenen Orten. Er kümmert sich „rührend“ um sie, versorgt sie mit Geld, Essen und streichelt sie. „Mehr nicht?“ wurde unser Fahrer von der Polizei befragt, die längst ALLES weiß. Nun ist der Onkel (50) kein Typ, bei dem man sich vorstellen könnte, eine Frau interessiere sich für ihn, schon gar nicht die reizvolle Lolita, doch spielt sie ganz offensichtlich mit „ihrem“ Fahrer und Gönner. Der versucht – ebenfalls hormongesteuert – seine Nebenbuhler loszuwerden, inklusive der Mutter, die sein Verhalten durchschaut. Deshalb hat er dem Vergewaltigungs-„Opfer“ nicht nur zu dem Beweismittel „zerissene“ Hose verholfen, er zieht auch die Fäden, bei dem, was Lolita sagt. Die Verleumdung, er treibe es mit ihrer Mutter, stammt ebenso von ihm, wie die Anschuldigung, die Mutter habe sie „verkauft“. Die Fähigkeiten eines dalang (Puppenspieler) – dabei selbst Marionette – hätte ich dem Männlein gar nicht zugetraut. Dieses immer wiederkehrende Muster – du vertraust den Wilden, behandelst sie so gut, wie sie es noch nie erlebt haben, und dann betrügen sie dich – kotzt mich inzwischen so an, daß ich die Kommunikation mit der mich umgebenden Gesellschaft weitgehend aufgegeben habe. Das scheint aber auch in Japan ein Problem zu sein:

Priester: „If men don’t trust each other, this earth might as well be hell.”
Bürger: „Right. The world’s a kind of hell.”
Priester: „No! I don’t want to believe that!”
Bürger: „No one will hear you, no matter how loud you shout. Just think. Which one of these stories do you believe?”
Holzfäller: „None makes any sense.”
Bürger: „Don’t worry about it. It isn’t as if men were reasonable.”

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