Strafe Gottes

Bahau

Während der Besetzung Singapores durch die Japaner (1942-1945) kam es zu erheblichen Versorgungs-Schwierigkeiten. Außer durch Massenmord versuchte die Besatzungsmacht die Bevölkerung mit Aussiedlungs-Projekten zu reduzieren. Die 2 Versuche, im Dschungel sich selbsterhaltende Siedlungen zu etablieren, verliefen aus verschiedenen Gründen sehr unterschiedlich. Das im September 1943 gegründete Endau war ein Erfolg. Die Startbedingungen waren wesentlich besser als im Projekt Bahau, der Boden flacher, fruchtbarer, mit guter Wasserversorgung. Dem gelungenen Vorbild sollte das vom katholischen Bischof Adrian Devals besonders für Eurasier und chinesische Katholiken initiierte Projekt Bahau folgen (Die katholischen Gemeinden Singapores waren nach Rassen getrennt.), entwickelte sich jedoch als Fehlschlag. Viele der Siedler, von denen nur wenige etwas von Landwirtschaft verstanden, starben an Malaria, und als die Japaner besiegt waren, kehrten sie – ebenso wie die Aussiedler in Endau – sofort nach Singapore zurück. Auch Bischof Devals, der sich versehentlich mit der Hacke den Fuß verletzt hatte, starb noch im Januar 1945 an Tetanus. Es gab keine medizinische Versorgung in Bahau. Devals hatte den einzigen anwesenden Arzt aufgefordert, nicht zu praktizieren, weil jener geschieden und wiederverheiratet war und ein schlechtes Beispiel für die Gemeinde abgegeben hätte.

Adrian-Devals

Quelle: Lee Geok Boi, „The Syonan Years”- Singapore under Japanese rule”, 2005

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