Mehr Widerspruch

Festrest

Seit über einem Jahrzehnt kämpfe ich gegen Luftverschmutzung, offensichtlich eine indonesische Spezialität, wie jetzt sogar in Twitter behauptet wurde. Dort beschwerte sich ein Indonesier über die moslemischen Krach-Wettbewerbe der Moscheen während des Fastenmonats Ramadhan:
„Wir hoffen, daß Herr Jusuf Kalla [Innenminister], Vorsitzender des Moscheen-Rats Indonesiens, Einfluß nimmt, damit die Lautsprecher-Wettbewerbe der Moscheen zum Stoppen gebracht werden können.
Es scheint, daß es die ‚Tradition‘ sehr lauter Lautsprecher nur in Indonesien gibt. Im Land der Ka’bah werden außerhalb der Masjid il Haram Lautsprecher nur für Azan – Aufruf zum Gebet in der Dämmerung – benutzt.
Als Moslem bin ich damit einverstanden, den Rhamadan zu verschönern. Aber nicht mit einem Lautsprecher-Wettbewerb zwischen Moscheen. Erst recht, wenn die Stimme gar nicht schön ist.“

Mutig! Die gleichen Formulierungen meinerseits konfrontierten mich einst mit einem christlichen Lynch-Mob, und mein letzter Sturm auf eine Krach-Party wurde mit einem feigen Angriff von hinten beantwortet. Die protestantischen Christen terrorisieren ihre Mitmenschen nicht nur mit falschem Gesang und dümmlicher Predigt im Goebbels-Stil, sie liefern auch Wunsch-Konzerte zum Geld-Sammeln, bei denen die Namen der Spender und die Summen über Sehrlautsprecher verlesen werden. Menschen am Schlaf zu hindern, ist eine bewährte Folter-Methode, flächendeckend sonst nur in kommunistischen Ländern üblich. Doch wer kann jene stoppen, die sich im Besitz der letzten Wahrheit befinden. Dazu kommt, daß „Yamaha-adat“ von den Wilden inzwischen schon als Tradition empfunden und bei fast jedem Fest und jeder Produkt-Promotion praktiziert wird. Dabei hört man immer das gleiche Muster: einige wenige terrorisieren alle, und scheinbar widersteht niemand. Welch andere Reaktion kann der Ausländer erwarten – außer dem tätlichen Angriff – als: „Geh doch zurück!“ Da ist es hoffnungsvoll, wenn nun die neuen Medien dazu genutzt werden, die natürliche Empfindung der Mißhandelten auszudrücken – was in gewissem Widerspruch zu meinem gestrigen Post steht.
Demokratie? JA! Aber wie kann man verhindern, daß der von Fanatikern mobilisierte Pöbel den Laden übernimmt?

2 Gedanken zu „Mehr Widerspruch

  1. Tom, ich weiß es nicht, was man da tun kann, diese Lautsprecher sind ja doch überall so laut in anderen Staaten auch wie Irak, Iran, die die zum Gebet rufen morgens schon gegen 5Uhr, in meinen Augen ebenfalls eine Folter. ich könnte in so einem Land nicht leben, Tom, ganz ehrlich.
    auch nicht in Indonesien. Gefällt mir kann ich nicht anklicken, denn es gefällt mir nicht, wie es da bei euch zugeht. Ramadan ist ja hier auch. Tagsüber essen und trinken sie nichts. bei uns gibts ja auch einige Moslems und direkt gegenüber auch noch ausgerechnet.
    abends gegen 21-22uhr fängts an zu stinken. Dann fangen die an und grillen ihre Schafe, manchmal hab ich die Vermutung die grillen das Fell mit, es ist unerträglich. wir müssen schon eine Stunde vorher alles verschliessen und bei uns ist es momentan sehr heiss. wir haben über 30Grad auszuhalten tagsüber. für Deutschland ist das viel

  2. Hier in Nordsulawesi sind die Moscheen noch die leisesten von allen. Am längsten und völlig hemmungslos sind private Parties bis zum Morgen. Gerade heute bin ich in der Mega-Mall Manado an einem Unterhaltungelektronik-Stand vorbeigegangen, wo eine dieser Boom-Boxen lief. Unvollstellbar in D! Mein Körper vibrierte durch den Schalldruck, und die jungen Verkäufer, die das so laut stellen, daß es völlig verzerrt klingt, stehen den ganzen Tag daneben. Gleichzeitig gibt es immer noch 2, 3 andere Krachquellen.
    30Grad sind hier Standard, aber mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

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