Mael hat Durchfall

restauriertes-Wehr

Wirklich! Ich hab’s gesehn.
Was man auf dem Foto auch nich sieht: Dieses 3-Wege-Wehr war vor meinem Einsatz nicht zu sehen. Es war so überwachsen, daß man nicht erkennen konnte, wo man hintrat und gelegentlich abstürzte. Die Rampe links dient dazu, die bei starkem Regen gewaltig anschwellenden Wassermassen in voller Breite – ohne daß die ganze Anlage unterspült wird – in unseren Canyon zu leiten. Bei der Gelegenheit kommt auch gleich alles, was der Wilde oberhalb nicht mehr braucht, mitangetobt: Fahrzeugteile, vollgeschissene Bündel, Slipeinlagen, Haushaltsreste, Unterhaltungs-Elektronik, Spielzeug, Medizinisches, jede Menge Plastiktüten und landwirtschaftliche Abfälle. Der ganze Ramsch verfängt sich dann in Uferbepflanzung, abgebrochenen Ästen oder Bananenstrünken, staut sich und reißt schließlich ganze Stücke der Ränder weg. Letztlich landet alles, was gut schwimmt, im 5km entfernten Pazifik und ruiniert dort die Tauchgebiete.
Der mittlere Durchgang besitzt einen professionell gebauten Eisenschieber, der inzwischen völlig eingerostet ist, und der zur Regulierung der normalen Durchflußmenge benötigte Drehschlüssel ist verschwunden. Deshalb habe ich den verotteten Schieber durch eine Steinmauer ersetzt und die Eisenträger rausgesägt (Eigentlich sollte der Staat das tun!). Rechts hinter der Mauer befindet sich der schmale Durchgang, der unsere Reisfelder mit Wasser versorgt. Hier gab es mal eine Eisenplatte zur Regulierung, für die sich jedoch ein Alteisensammler interessiert hat. An deren Stelle habe ich jetzt Holzbretter eingesetzt. Damit außer dem mitgeschwemmten Schlamm nicht auch noch der Müll der Wilden unsere Teiche füllt, habe ich in den Lauf des Kanals noch 2 Siebe eingebaut, die ich nach starkem Regen mindestens 1x die Woche vom Abfall befreien muß. In den letzten Monaten hackte und schaufelte ich mich weiter nach unten, so daß ich zum ersten Mal die 2.Stufe (im Vordergrund) erkennen konnte und davor von der Gewalt des Wassers zerbrochene Reste einer Betonplatte (was aber normalerweise auch am extrem sparsamen Ensatz von Zement liegt).
Nun sieht alles relativ sauber und übersichtlich aus – auch die immer wieder notwendige Wartung fällt mir leichter – und die Wilden können jetzt dort viel bequemer kacken. Es wird ja im Westen oft überschätzt, was der Mensch alles braucht. Wilde Tiere leben zum Bleistift nicht in ihrer eigenen Scheiße und besitzen auch keine Katzenklos in der Wohnung. Der Wilde geht in die Botanik, wo sich fließendes Wasser befindet. Wer dabei flußabwärts baden muß, hat Pech und eventuell Hautausschlag oder Typhus, weiß aber in der Regel gar nicht, wieso. Mein Verhältnis zu den mich umgebenden Wilden hat sich im Laufe der Zeit u.a. dadurch negativ verändert, daß ich regelmäßig ihren Dreck handgreiflich wegräume. Und so traf ich dabei manch hockenden braunen Arsch auf der oberen Stufe und neulich den eher sandfarbenen von Mael auf der unteren. Als er (Mael) mich bemerkte, drehte er sich zu mir um und grüßte freundlich lächelnd, während sich sein khakifarbener Scheiß-Strahl ins Wasser ergoß. Ich grüßte zurück – wir kennen uns schon lange, meine Frau hat ihn mal geohrfeigt, auf seiner sehr frühen Hochzeit waren wir auch – und drehte mich dann um, um in einiger Entfernung zu warten, bis er fertigwäre. Das dauerte mir aber dann doch zu lange – ich konnte seine Anwesenheit am Motorrad-Helm auf dem mittleren Pfeiler erkennen. Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, unter den hiesigen Verhältnissen eine ordentlich geformte Standard-Wurst zügig zu fabrizieren. Ich bin dann am Nachmittag wiedergekommen und hab die Stelle von einem Haufen Plastikflaschen befreit.

2 Gedanken zu „Mael hat Durchfall

  1. What a pitty – and Google is no real help. This post is about water-pollution and my work against it.

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