Pop Stolizei!

Gesichtsverletzung

Intel-Polizei-Beamter, Bezirks-Revier Airmadidi, ~25 Jahre alt, 1-Streifen-Niveau, liest gerade Zeitung:
„Hier! Hier, sehen Sie mal! Deutschland! Unser Gouverneur und der Präsident sind gerade in Deutschland!“
„Die WOLLEN nach Deutschland!“
„Nein, hier! Hier steht es: In Budapest sind sie. Wo ist das denn? Ist doch in Deutschland?“

Beinverletzung

Im Polizei-Präsidium in Manado, das innen so vergammelt wirkt wie das staatliche Krankenhaus, auf der Suche nach dem neuen Personal-Ausweis. 5 Jahre Existenz-Berechtigung hat mir die Imigrasi mit weniger Schmiermittel als früher gerade zugebilligt, der Personalausweis von der Polizei ist nur noch Formsache. Ob ich nich Indonesier werden wolle, ich wär doch schon lang genuch im Lande? Nö, iss mir zu laut hier.
Beim 1. Versuch kein Erfolg. Normalerweise braucht man 2-3 Anläufe. Diesmal große Offiziers-Tagung in ganz Indonesien, weil sich mal wieder Militär und Polizei bekriegen. Die Büros alle leer, die Türen offen. Man könnte jetz gut seine Akten korrigieren. Ein Soldat iss auf Sumatra durch Polizei-Einwirkung gestorben, worauf ein anderer einem Polizisten 1 Handgranate ins Heim geworfen hat. Heute war nun feierlicher Friedenschluß, wobei Armee-Offiziere Polizisten bunt verpackte Geschenke übergaben. Wie im Kindergarten.
Beim 2. Versuch arbeitet an einem Seitentisch eine Polizei-Beamtin mit langer Nase über ihrem Schnurrbart, in der anscheinend 1 Popel querliegt, denn sie faßt sich immer wieder an dieselbe. Auch trägt sie eine Zahnspange, weshalb sie besser nich lachen sollte. Sie hat Schwierigkeiten, sich auf ihre Akten zu konzentrieren, weil im TV gerade eine Sendung über Fettleibigkeit läuft, die ich gut verfolgen kann, weil sich 10cm vom Lautsprecher entfernt mein rechtes Ohr befindet. Die Dicken sollten nich so enge Sachen anziehen, meint die Sprecherin. „Ja, das stimmt! Die Dicken sollten nich so enge Sachen anziehen,“ bestätigt die Beamtin. „Die sehen dann wie ein lontong aus.“ Und lächelt wieder optisch furchtbar. Die Wilden sagen alles gern 2 oder 3x, damit man es besser versteht. Lontong iss in Palmblatt eingewickelter, gekochter Reis. Dabei wird die Umwicklung prall. Iss doch gut, daß sich indonesische Beamte gleich während der Arbeit fortbilden können. Wichtich iss, daß der Beamte nich durch Arbeit frustriert wird. Dann erbringt er besondere Leistungen, die in der Imigrasi Bitung extra in einer Vitrine voll mit aufwendigen, Silber und Gold imitierenden Plastik-Pokalen dokumentiert werden: Für Singen, Tanzen, Volley-Ball, Tischtennis und Billard.
Im Gang watschelt vor mir eine dicke lontong-Beamtin in zu enger Khaki-Uniform. Eher schiebt sie ihren Körper voran, und man bekommt den Eindruck, daß sie verenden könnte, bevor sie das nächste Büro erreicht.
Unten neben dem Haupteingang befindet sich eine vergitterte Zellentür, die man jetzt von innen mit Sperrholz undurchsichtig gemacht hat. Früher konnte man da die Verhafteten im Vorbeigehen grüßen. Draußen stehen immer noch als Dekoration diese angestrichenen Zement-Viecher auf dem Zierrasen, von denen ich nich sagen kann, was sie eigentlich darstellen. Kaputte Ohren, Nasen, Hörner, Beine. Aba der Wille zur Natur iss da.

Polizei-Viech

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