Bitte nicht stören!

bitte-nich-stoeren

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis, die Toren verachten Weisheit und Zucht.“ (Die Sprüche, 1:7)
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Johannes, 14:6)

Nein, das wollen wir auf keinen Fall, den Gottesdienst uns geistig fremder Religions-Gruppen stören. Deshalb achten wir die Schilder, die die Protestanten aufstellen, wenn sie gerade Gottesdienst abhalten: „Perlahan-lahan, ada ibadah“ (Langsam, ist gerade Gottesdienst). Und wir wollen auch nicht hupen, in Trompeten blasen oder zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit Knallkörper zünden. Das ist doch selbstverständlich.

Doch wie ist es umgekehrt? Welche Rücksichtnahme können wir von der 46% Minderheit (1,05 von 2,265Millionen) der ältesten Protestanten-Gruppe GMIM in Nordsulawesi erwarten, die sich gebärdet, als ob ihnen die Region gehöre? Oft genug habe ich hier beschrieben, wie nicht nur die 31% Moslems, die 0,74% Sonstigen (Hindus, Buddhisten, Konfuzianer) und 4,4% römischen Katholiken sondern auch die 17,6% sonstigen Protestanten ALLE von den GMIM-Protestanten akustisch terrorisiert werden. Dabei ist die Furcht, die die Machthaber traditionell in Indonesien in der vordemokratischen Zeit verbreiteten, nicht „Anfang der Erkenntnis“ gewesen, sondern der Zement, mit dem die fortschreitende Hysterie der GMIM-Protestanten betoniert wurde. Deshalb wird auch nur der 1.Teil („7a“) des Spruchs („Amsal“) zitiert, denn die Verachtung von „Weisheit und Zucht“ wird täglich schon morgens offenbar. Da der allgemeine christliche Fanatismus dazu geführt hat, daß wir hier in besiedelten Gebieten eine Kirchen-Dichte von 1/100m haben, die jedem Touristen als sonderbar auffällt, verfügte das Religions-Ministerium nun Baustopp. Nordsulawesi ist voll. Ich bin sicher, daß diese Nachricht dem christlich-imperialistischen Block in D wieder Anlaß zur Sorge gibt. Vorgeschrieben ist ein Mindest-Abstand von 50m von einen religiösen Gebäude zum nächsten. Es könnte also noch erheblich mehr im Disneyland-Stil gebaut werden.

Die Nachrichtenlage ist so wirr wie die religiöse Praxis: Die in der Zeitung genannten Daten sind unklar. Die GMIM besitze 899 Gemeinden in 107 Bereichen, also 1168 Mitglieder pro Gemeinde. Vertreter der 69 kirchlichen Organisationen beklagen sich, daß sie ebenso wie die Katholiken ein monatliches Klingelbeutel-„target“ (bei der pietischen „Pantekosta“-Sekte ~400EUR) an die Zentrale abzuführen hätten. Wird dieses Ziel erreicht, erhält die Gemeinde Besuch der Sekten-Leitung, der von den Gemeinde-Mitgliedern finanziert werden muß (Business-Class-Flug, Mehr-Sterne-Hotel). Kann die Gemeinde diese Abgaben nicht aufbringen, erfolgt die Schließung der Kirche, die manchmal nur aus angemieteten Räumen in den weitgehend leerstehenden Boom-Bauten an der Küste besteht.

Hurry to prayer. Hurry to salvation. Prayer is better than sleep.” Nein, da ruft kein Bischof, sondern eine in schwarze Bettlaken verpackte saudi-arabische Muslimin, die alles tun würde, um die Emanzipation ihrer Geschlecht-Genossinnen zu verhindern („Newsweek“, 1.10.2012). Die Moslems fangen schon um 4Uhr, noch früher als die Christen an. Doch sind ihre Gebetsrufe nur wenige Minuten lang, während die GMIM-Protestanten keine Grenzen für hysterische Predigt- und „Wunsch-Konzert“-Darbietungen kennen, und es ist nur unangenehm, wenn man sehr nah an einer Moschee wohnt. Aber der Fanatismus ist der gleiche.

Ein Gedanke zu „Bitte nicht stören!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s