Elektronisches Kokain

wake-up

Mein Eindruck, als ich im März den Film „Kony 2012“ sah: Jason Russell, der Motor hinter dieser neurotischen Bewegung, ist ein egomanischer Psychopath. Und schlimmer noch: Er macht auch andere, z.B. seinen Sohn verrückt. Nun die Nachricht, daß er nach einem Nackt-Auftritt in San Diego mit „reactive psychosis“ erstmal eine Weile ruhiggestellt wurde. Obwohl im Film „Margret“ nicht der drogenartige Mißbrauch sozialer Medien Thema ist, erfährt man doch etwas über ein ähnlich neurotisches Verhalten einer 17-jährigen New-Yorkerin, die sich auch im Mittelpunkt eines sozialen Dramas zu befinden glaubt (Sehr passend besetzt von der schwer erträglichen Anna Paquin.). Alle sorgenvollen und manchmal übertrieben wirkenden Warnungen vor einem gesellschaftlichen Wandel, ausgelöst durch die neuen Medien, scheinen sich in noch stärkerem Maße zu bewahrheiten: „…staring at a screen for at least 8 hours a day, more time than we spend on any other activity including sleeping. Teens fit some 7 hours of screen time into the average school day; 11, if you count time spent multitasking on several devices.” (“Newsweek”, 16.7.2012). Dies führe zu Besorgnis erregenden mentalen Veränderungen und neuartigen, auf das Internet bezogenen Psychosen, wie „phantom-vibration syndrome“ (Man spürt sein Handphone, obwohl es nicht vibriert.). „Heavy texting“ und ähnlich manischer Gebrauch sozialer Medien „encourage – and even promotes – insanity“. Schon eine Fahrt durch die Region zeigt verändertes Verhalten nicht nur bei Erwachsenenen sondern auch bei gerade mal 80cm großen Grundschul-Zwergen: das Handphone als Quelle permanenten Glücks. „Mothers are now breastfeeding and bottle-feeding their babies as they text.“ Länder wie China, Taiwan und Korea sehen diese Entwicklung inzwischen als ernsthafte nationale Gesundheits-Krise. Eine offensichtliche Seuche ist es in Indonesien. „We may appear to be choosing to use this technology, but in fact we are being dragged to it by the potential of short-term rewards. Every ping could be social, sexual, or professional opportunity, and we get a mini-reward, a squirt of dopamine, for answering the bell.” Junge Menschen, deren Persönlichkeit sich erst entwickelt, werkeln an ihren Internet-Profilen bis zur psychischen Erschöpfung. „Technology can make us forget important things we know about life.” Z.B., daß der gewöhnliche deutsche „Cyborg“, besonders der sehr junge, NICHT wirklich mit Afrika und Asien verbunden ist, und daß selbst intensiver Medien-Gebrauch NICHT die verwirrend komplexe Erfahrung der Realität vor Ort ersetzen kann.
Und versuch ma in „Company of Heroes“ die Nachschub-Straße nach Cherbourg, wo mein Vater noch wirklich gekämpft hat, freizuhalten. Dabei dauernd Landsleute umlegen zu müssen, iss ganz schön belastend. Macht aba Spaß.

Beuys-Erdtelefon

Joseph Beuys, „Erdtelefon“, 1968

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