Über die Glückseligkeit (III)

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Die Gedankenkette der Erkenntnis hat Buddha in folgender Weise dargestellt:
Die heilsamen Sitten führen zum reinen Gewissen, dieses zum Gewinn der Freude, welche die Heiterkeit zur Folge hat, die wiederum Beruhigung auslöst und Wohlbefinden, in dem man sich konzentrieren kann, was Voraussetzung für wirklichkeitsgemäßes erkennendes Schauen ist, an dessen Ende der Segen des Daseins-Überdrusses und der Reizfreiheit steht.
Vordergründig erscheint das als eine egoistische Lebenseinstellung. Tatsächlich aber kann niemand einem anderen Glück bringen, der sich nicht zuvor selber glücklich gemacht hat.
Eine derartig konsequente Lebenshaltung führt zum Herausfallen aus dem Getriebe des Lebens. Derjenige, der diesen Weg geht, verliert den Kontakt zum eigenen Familienkreis, ja, „des Menschen Hausgenossen werden seine Feinde sein“. Die Wenigsten können diese Isolierung auf Dauer ertragen. Sie fühlen sich nicht wohl in der Einsamkeit, empfinden nicht das Glück der Abgeschiedenheit, oder die Wälder ergreifen gleichsam Besitz vom Geist des Mönchs, und er gerät in Verwirrung. Je mehr man sich von den Denkgewohnheiten der anderen entfernt, um so stärker gerät man in geistige Vereinsamung. Dies hat schon Laotse festgestellt: „Wer im Tao erleuchtet ist, gilt als umnachtet; wer im Tao fortgeschritten ist, scheint zurückzukommen; wer sich dem Tao angeglichen hat, wird zu den Unbedeutenden gezählt … Alle Welt nennt das von mir Vertretene augenscheinlich minderwertig.“ So ist der Praktizierende immer auf der Reise, wie ein Heimatloser. Buddhismus ist die Religion der Großen Einsamen, „die Flucht des Einsamen zum Einsamen“, wie Plotin (205-270) es in seinen Enneaden formulierte. Der Weg zum höchsten Glück führt nicht nach außen sondern ins Innere des Menschen, in die so gefürchtete und in der Tat ja auch schwer zu ertragende Vereinsamung. „Allein lebt man wie Brahma, zu zweit wie ein Gott, zu dritt wie ein Dorf; was darüber ist, ist Kriegsgeschrei.“

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