Mißglückter Morgen

sunrise-27.1.12-kl

„Gibt es eigentlich irgendeine Studie über den Zusammenhang zwischen Lärm und Faschismus? Müßte es eigentlich. Gibt doch schließlich ‘nen Zusammenhang. Ist Faschismus nicht immer irgendwie laut?“ Horst Evers (*1967), „Gefühltes Wissen“

Stell dir vor, du säßest bei Sonnenaufgang gegen 5Uhr morgens auf deiner Veranda überm Teich. Unter dir das aufgeregte Zwitschern der ihre Jungen versorgenden Schwalben. Ringsum die Rufe zweier verschiedener Rallenarten, unterbrochen vom Pfeifen der Strandläufer und eines nur sperlingsgroßen, unscheinbaren Vogels mit kräftigem Piepton. Gekrähe der Hähne von nah und fern, einander antwortend. Der Himmel in allen Abstufungen von Flieder und glühendem Rosa. Die Luft mild und klar. Da hinten der Pazifik, sich in dunstigen Streifen ausbreitend. Eine natürliche Stille, die paradiesisch sein könnte, …

… wenn da nicht das aufdringliche Predigtgeschrei aus gleich zwei Quellen wäre. Fette, dumme Frauen gröhlen ihren konfusen Quatsch über einen eingebildeten Gott ins Mikrofon, daß es selbst die Verstärker nicht aushalten. Falsch singend, heuchelnd betend. Ein Gejaule wie von Hunden im Mondschein. Lärm der Primitiven, die andere nicht in Ruhe lassen können, und die man vor sich selbst schützen müßte. Ein Massenwahn, der eine ganze Region vergiftet.

So bleibt an diesem Morgen nur das Gefühl, der Mensch sei eine Fehlkonstruktion, unfähig seine Umwelt in ihrer Schönheit so zu belassen, wie sie ist.
„SCHALOMM!“

5 Gedanken zu „Mißglückter Morgen

  1. „Das Ende ist mein Anfang“ Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens von Tiziano Terzani. Die Verfilmung des Buchs habe ich gestern zufällig auf DVD gesehen. „Noch eine Runde auf dem Karussell & Fremder unter Chinesen“ wird die nächste Spirituelle Sitzung sein.

  2. Ich lese gerade mit gemischten Gefühlen Tiziano Terzanis „Fligen ohne Flügel“, das ich mir aus Frankfurt mitgebracht hab. Da das Buch voll ist mit Astrologie, ist eine Verfilmung bestimmt ideal für die grosse Gemeinde der Okkultisten.

  3. Das Jahr in Asien ohne Flügel war bestimmt ein bewusster Kapitalsprung für Tiziano Terzanis. Der Qualitätssprung muss erst in sich selbst stattfinden. Danach kann man auch zum Wahrsager gehen.

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