Schlangen sind ganich so

Stupsnase

… wie man imma denkt – sofern man denkt.
Aba ich muß bei Ram anfangen, damit man das alles richtich versteht. Ram iss einer dieser schmarotzenden Gorontalo-Moslems, die hier als Landarbeiter anfangen. Dazu bauen sie eine primitive Bambushütte auf einem Teil der Reisfelder, die sie bearbeiten. Dort wohnen sie mietfrei, können jedoch jederzeit rausfliegen, wonach sie ihre Hütte einfach woanders aufstellen. Der Heirat folgt eine umfangreiche Kinderschar, die natürlich untergebracht werden will. Diese heiratet wiederum schnell und hat schon vorher Kinder in Produktion. Also entstehen – ohne Erlaubnis des Grundeigentümers – weitere Hütten und eigenartigerweise eine Mißernte nach der anderen, weshalb nicht nur der Ertrag (nur für den Eigentümer) sondern auch die zu bearbeitende Fläche abnimmt. Schließlich ist ein kleines Dorf ohne sanitäre Anlagen entstanden, das Strom zum Fernsehen benötigt. Der Holz- und Fruchtbedarf wird von umliegenden Feldern und Gärten gedeckt. Ständig zunehmenden Müll wirft man traditionell in die Flüsse. Hunde werden zum Schlachten gezüchtet und bilden wildernde Rudel. Mit Mega-Sound-Anlagen sorgt man in 1km Radius für Unterhaltung, und weil alles so bequem expandiert, erfolgt ein permanenter Zuzug aus der westlichen Heimatprovinz. Mehr Hütten werden gebraucht, es wird mehr gestohlen, und manchmal übernachtet dort auch ein Mörder auf der Durchreise. Da die Arbeit im Reisfeld zu anstrengend ist, kauft man Mopeds auf Pump und nutzt sie als Taxis (sitzende Tätigkeit). Das bringt laufendes Einkommen, so daß die Reisfelder unterverpachtet werden können, und der Ertrag (nur für den Eigentümer) dadurch weiter sinkt – bis ihm der Kragen platzt. Dann wird er unsozial – zumal Ram auf dem Grundstück, das ihm nicht gehört, inzwischen eine streng verbotene Spielhölle betreibt, was Polizei-Razzien provoziert – und er schmeißt das ganze Gesindel raus, obwohl es da ja schon IMMER gewohnt hat.
Die wachsende Zahl der Motorräder muß ab und zu auch gewaschen werden. Durch Überbauen eines Wasserzulaufs für unsere Reisfelder ist es mir immerhin gelungen zu verhindern, daß dabei das verölte Wasser in meine Teiche fließt. Es reicht mir schon, kaputte Motorradhelme, alte Reifen und anderes nicht mehr benötigtes Zubehör entsorgen zu müssen. Doch gibt es da eine Grenzmauer mit überdachtem und überwuchertem Tor, wo sich die Herren Motorradfahrer gern niederlassen oder auch wie Ram ihre stinkenden Fischkörbe abstellen, solange sie keine Passagiere befördern. Gern wird dort auch Müll über die Mauer auf meine Seite geschmissen. Da ich dieses Tor gerade frisch gestrichen und dazu Rams stinkende Sattelkörbe entfernt hab, wollte ich mal wieder nachsehn, ob er die Botschaft verstanden oder seine Körbe dort wieder abgestellt hatte. Dazu hakte ich mich oben auf die Metalltür und linste über den Rand. Plötzlich bekam ich so einen kleinen Schlag auf den Handrücken, und als ich aufsah, verknotete sich schräg über mir gerade eine knallgrüne Ahaetulla. Obwohl es bei Reptilien keine blauen und grünen Pigmente geben soll, mischen bei dieser sehr grün und sehr giftig wirkenden Peitschen-Natter blaue, halbkristalline Substanzen im oberen Teil der Lederhaut und gelbe Bestandteile in den Zellen jenes auffällige, virtuelle Grün. Eigenartig sind bei jener Baumschlange ferner ihre schlüssellochartigen Pupillen und ihre ganz reizende Stupsnase. Schon wegen ihrer perfekten Tarnung ist das eine Schlange, die ich IMMER zu spät bemerke. Doch anscheinend wollte sie mich nur wegen Ruhestörung verwarnen – zumal ich als Ex-Studienrat nich in ihr Beuteschema passe – wie man das auch mit dem fein abgestuften System am Gymnasium tut. Manchmal hat der Schüler nach schweren Verfehlungen schon längst das Weite gesucht, während eine umfangreiche Konferenz gerade die ANDROHUNG des Schulverweises auspricht („Er könnte ja wiederkommen, und dann müssen wir wieder mit der 1. Maßnahme anfangen!“). Jedenfalls hat sie mich nich gebissen, obwohl man das eventuell ganich merkt und erst später stirbt. Dazu müssen sie nicht einmal giftig sein, denn sie putzen sich nie die Zähne und können Infektionen verursachen. Deshalb sollte man sich auch nicht von den ungiftigen Waranen beißen lassen.

7 Gedanken zu „Schlangen sind ganich so

  1. Tom, I’m still keeping well away from google translate but, is this one of the poisonous Indonesian snakes? I have a feeling that it might be. Hope all good on Sulawesi.

  2. She just knocked a little bit on me – but nothing happened. That’s why I don’t wear mini-skirts.

  3. Pingback: Volle Länge « UNGEMALTES

  4. Danger:.. Although this is an illusion snake (grooved fangs in the rear jaw, there is no danger to humans, the poison must be massaged by chewing movements into the bite wound, to be effective even for small lizards,
    requires the poison 15 minutes to show an effect.

  5. Thank you Frank. It’s a pretty stunning snake as snakes go. It is just how I imagine the serpent might have looked in the Garden of Eden.

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