God bless Galaxy

Galaxy-note

Doch Lieder und Sterne und Blümelein,
Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein,
Wie sehr das Zeug auch gefällt,
So machts doch noch lang keine Welt.

„Wahrhaftig“ von Heinrich Heine

Als der Strom im IT-Centre ausfiel, wo man eher Kleidung als 1 PC bekommt, sah ich im Dunkeln den Satz „I love Jesus“ bildschirmschonend herumtrudeln. Im Foyer stellte man gerade das neue Samsung „Galaxy Note“ vor, dessen teures Geheimnis nur in einer mobilen Photoshop-Version besteht. Als Künstler verkleidete junge Männer skribbelten auf ihren Displays Porträts der ihnen gegenüber Sitzenden. Dabei sahen alle so unfroh aus, denn wer soll das ~600EUR Gerät hier schon kaufen und weshalb? Nicht nur die Animations-Damen, auch die restlichen Frauen tragen jetzt überwiegend heiße Hosen, in denen sie aussehen, als kämen sie gerade von einer Safari oder vom Pfadfinder-Treffen. Und jede Menge fette Oberschenkel. In 10 Jahren, wenn sie gerade wieder Opfer einer anderen Mode-Tsunami sind, werden sie sich an den Kopf fassen und stöhnen: „Holy Galaxy! Was war ich damals doof!“ Die dicksten Schenkel sah ich jedoch im Supermarkt an 2 minimal bekleideten weißen Touristinnen in kuhmäßigen Dimensionen. Eigentlich waren sie nicht weiß sondern geröstet, als ob sie zu lange in einem Mikrowellen-Ofen gesessen hatten, und ich mußte mich mal wieder meiner Rasse schämen. Sie wirkten auf peinliche Weise überdimensioniert und unterbedeckt.

Draußen vor der Megamall, wo ich einen betenden Styropor-Jesus in einem Osterei passierte, nachdem mir ein junger Mann um 14Uhr30 „Good morning!“ gewünscht hatte, traf ich auf eine total schwarz verschleierte Moslemin, der man nur einen Sehschlitz zubilligt. Was sie zu ihrer Begleiterin sagte, klang wie unter einem Laken gesprochen.
In der Innenstadt dann ein feister junger Mann im schwarzen T-shirt, der mir stolz mit Bundesfarben-, -Adler und „Germany“-Schriftzug entgegenkam. Ich hätte ihm „Helau!“ zurufen sollen oder wenigstens „Weiter so!“ Unter ihm und mir der renovierte Fußweg. Man macht sich nicht die Mühe, Niveau-Unterschiede systematisch auszugleichen. So wird das Gehen zum Hindernis-Rennen. Hier eine Rampe, dort eine Stufe oder Kante – oder ein mit stinkender Gülle gefülltes Loch. Wehe, du versuchst die Umgebung zu beobachten und nicht, wohin du trittst! So trat ich auf Bali mal in einen Gully und schlug platt auf den Weg wie ein Frosch. Da man schon geahnt hatte, daß man auf glasierten Fliesen bei Regen nicht gehen kann, sind im Wechsel flettartige Kiesel eingefügt. Nachdem genügend Wilde ausgerutscht sind, hat man mit einem spitzen Hammer kleine Löcher in die Fliesen geschlagen. Das löste aber noch nicht das Problem mit dem nicht ablaufenden Regenwasser, weil man keine Wasserwaage benutzt. Deshalb schlug man in der Mitte des Bürgersteigs eine zur Straße parallele Reihe Fliesen ganz heraus. In der so entstandenen Rinne geht man jetzt auf rauhem Zement am sichersten.
Auch bewegte ich mich an einem jener selbsternannten, schmarotzenden Parkwächter vorbei, der sich gerade auf der falschen Straßenseite befand und deshalb einem Autofahrer auf der anderen seine Kommandos zubrüllte. Dabei blies er so heftig in seine Trillerpfeife, daß ihm jene auf den Asphalt fluppte und dort fast von einem Motorrad erwischt wurde. Und je weiter ich in der schwülen Hitze nach und vor dem Regen ging, um so mehr begann ich zu tropfen und zu glühen, und die Wilden werden sich wieder gesagt haben: „Die Weißen sind ganich weiß sondern rot!“ Und von einem vorbeifahrenden Motorrad-Taxi aus winkte und schrie mir eine Frau mit Helm zu: „THOOOMAS!“ Es war Ruli, die Deutschlehrerin.

Die Fahrt nach Hause wieder durch das Disneyland des Glaubens. Manche der Lauflicht-Schläuche nur noch nervös vor sich hin flackernd. Die zahlreichen Höhlen alle leer. Meine Frau kann nicht „Höhle“ und „Hölle“ auseinanderhalten. Dabei ist das doch ganz einfach: Die Höhlen sind leer, weil Jesus schon wech und oben iss. Dagegen iss die Hölle unten und randvoll mit moslemischen, christlichen und buddhistischen Heuchlern.

In der Mail dann WordPress-Tips, wie man mehr Kommentare bekommt und Nachrichten über das Seebeben vor Sumatras Westküste. Dort hat man nach der Tsunami von 2004 für 45Millionen Euro ein Warnsystem aufgebaut, in dem nur der deutsche Anteil funktioniert. Für die landesinterne Kommunikations-Struktur braucht man zuerst Strom und ferner Kabel, die im Boden vergraben sein sollten. Stattdessen hängt man sie in Bäume, die im Sturm brechen oder umfallen. Daß installierte Lautsprecher angeblich geklaut wurden, ist sonderbar, denn jedes Dorf besitzt mindestens 2: 1 an jeder Moschee und 1 am Bürgermeister-Haus, mit denen jeder religiöse Furz und jeder Todesfall meilenweit verkündet wird. Dazu noch an allen protestantischen Kirchen. Da jedoch die Protestanten einen erheblichen Bedarf an Sehrlautsprechern haben, mit denen sie ihre Morgen-Predigt und Jesus-Disco verbreiten müssen, und das Gebot „Du sollst nich stehlen!“ in der indonesischen Übersetzung anscheinend bisher nicht vorliegt, könnte die „Spiegel“-Nachricht ausnahmsweise stimmen.

Abends noch der Film „God bless America“. Das scheint in der Tat dringend notwendig, nur weiß ich trotzdem nicht, was ich von dem Film halten soll. Wenn Gesellschaftskritik von Psychopathen derartig in Rache-Akte umgesetzt wird, stimmt etwas nicht mit der Theorie, und der Film wird Bestandteil dessen, was er kritisiert:
“This film is exactly what i felt about America, the big, fat, over-weighted, arrogant, self-centered, loud, shallow, ridiculous, war-mongaring, you-broke-my-window-i-kill-your-whole-family-burn-your-house-down self justified obnoxious country. highway patrol and local police ambush citizen drivers for making up the budget cut, the superior court representing the law as the traffic fine collector; blue cross discriminating and profiling the subscribers only by ages, they increase your premiums by leaps and bounds once you reach 50 or 55, even you rarely visited any doctor’s clinic; threatening citizens by not reported to the jury duty call; everything is taxed; federal reserve is nothing but controlled by a bunch of bankers; unions against the enterprises; benefits, overtime, pensions are always more important than a stable job; entertaining business controls common peoples‘ way of life, way of thinking; hip-hop and rap always with nasty gangsta brain wash violence and hatred. morons could become two-term president, actors could become governor or even president, and you call it ‚the American dream‘. illegal aliens could get food stamps and could always buy more stuff than we tax paying families; churches have become the farming zones for real estates agents, lenders and handymen; senate and congress, federal or state, never ever served the voters but themselves; so many dogs in almost every house, barking day and night; only poor kids or illegal immigrant young men join the marine, wounded, crippled or died in foreign countries that we tried to liberate. and this is America that you try to fool yourself that this is the only land that god blessed.”

Und während ich dies schreibe, höre ich traditionelle Instrumental-Musik (Zither, Metallophon und Flöte) aus Westjava: „Kalangkang“ (Illusions). God bless YouTube! Aba nich die Pop-Version.

Ein Gedanke zu „God bless Galaxy

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