Gestank in der Bank

Tom-everywhere

„Pecuniae non olet.“ Von wegen. Das hatte ich ja schon seinerzeit widerlegt. Diesmal dreht die weitgehend verhüllte Moslemin, die ihr geschäftsmäßig angesammeltes Geld in den „Prioritas“-Bereich der größten indonesischen Bank bringt, angewidert ihr Gesicht zur Seite, als sie die schwarze Plastiktüte mit den Scheinbündeln öffnet und rümpft die Nase. „Bau!“ Gestank! Es muß nicht mal vom Markt stammen. Dann holt sie ein Taschentuch hervor, spuckt hinein und steckt es wieder in ihre Handtasche.

Doch im Bankwesen stinkt noch mehr. Beim Abheben von einem Angestellten zurechtgewiesen zu werden: „Wieso schon wieder abheben? Was soll denn dieses Hin und Her?“ wird umgehend mit einer Beschwerde beim Filial-Leiter beantwortet. Die Zeiten, wo beim Auszahlen ein Schein unter dem Tresen verschwinden konnte, sind lange vorbei. Geheimnisvoller ist ein Anruf der Bank, ob man doch bitte bis zum 1. (Es ist der 26..) nichts mehr abheben würde! Wieso? Ist die Bank pleite? In Dorf-Filialen kann es einem schon passieren, daß man bis zum nächsten Tag vertröstet wird, weil nicht mehr genug Geld da ist. Nein, in diesem Fall ist die vierteljährliche Revision angesagt, und man möchte eine imponierende Statistik vorweisen. Als ich dann am 28. einen Teil meiner Sparbuch-Einlage als Festgeld zu 5% für ½ Jahr anlegen will, werde ich gefragt, ob es mir etwas ausmache, wenn das Formular auf den 1. datiert wird. Macht das Sinn? Der Festgeld-Vertrag stellt doch auch einen Vorteil für die Bank dar – aber möglicherweise nur für die Zentrale. Hier kämpft jedoch eine Filiale um ihren Ruf.

Und vor der Mega-Mall wünscht mir ein freundlicher junger Mann im Vorbeigehen „Good evening!“.
Thank you!
Es ist gerade 12Uhr43.

Auf dem Rückweg von Manado sehe ich dann die neusten Produkte christlicher Corporate Identity: Auf den Plätzen für die Oster-Happenings (Fälschlicherweise glaube ich, mich schon in der Osterwoche zu befinden. Ich bin halt etwas außerhalb meiner Zeit.), also vor den obligatorischen 3 Kreuzen (Wenn wenigstens mal einer richtich angenagelt würde, wie auf den Philippinen und dann an Blutvergiftung stürbe!) befinden sich diesmal Bibeln, so groß wie Panzersperren. Claes Oldenburg hätte seine Freude gehabt und Sarah Palin („See it as soon as you get a chance!”) auch.

In der Nacht – es ist 22Uhr30 – ruft eine unserer Pächterinnen an. Ihr 17jähriger Sohn hat Bauchschmerzen und trotz Durchfalls einen harten Bauch. Was sie denn tun solle? Na ja, wir haben ja gerade Geld abgehoben. Zwar bekommen anerkannt Arme freie medizinische Behandlung, um im Krankenhaus aufgenommen zu werden, muß jedoch erstmal Geld auf den Tisch.

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