Is it bullshit?

Einige Tropfen in die Augen – doppelt kühn. DIE Methode kannte ich noch nicht. Einerseits weiß man nie genau, was man sich da ins Auge träufelt oder einnimmt, andererseits ist die „most powerfull drug in the history of narcotics, so powerfull, they give it to the communists“. Warum der FBI das tat, bleibt offen. Panik und Wahnsinn löste diese Droge besonders bei Leuten aus, die sie gar nicht eingenommen hatten.
Es handelt sich um eine LSD-Sitzung, außerordentlich treffend gefilmt. Auch die Story von „The Rum Diary“ sehr viel gelungener als in „Fear and Loathing in Las Vegas“. Das Unangenehme an den Geschichten von Hunter S. Thomson ist ja, daß sie und auch er selbst letztlich im Drogengebrauch untergehen. Eine Aneinandereihung von mehr oder weniger komischen Rauscherlebnissen ohne Ergebnis – wie sie sich 20jährige erzählen. Chaotisch und selbstzerstörerisch werden die Protagonisten von ihrer inneren Chemie getrieben, darin den Texten von Kerouac und Henry Miller ähnlich. Das Resultat kann nur der Tod sein. Angeblich macht LSD das Auge sehen:
„To see different reality.“
Zuerst passiert jedoch gar nichts – jedenfalls nichts, was sich mit einem lärmend-aggressiven Alkohol-Rausch vergleichen läßt:
„See anything?“
„No.“
Doch dann spürt Paul Kemp (Johnny Depp) die Zeit:
„How long since we took it?”
„I don’t know.”
Alles verlangsamt sich, auch die Filmgeschwindigkeit. Eine Streichholzflamme, der Rauch in einer Flasche wird zur optischen Sensation, Gegenstände beginnen zu atmen.
„Is it bullshit?“
Für den Außenstehenden durchaus, der Reisende dagegen beginnt auf eine übersensible Weise zu sehen, zu hören, zu fühlen, wie er es nie zuvor erlebt hat, und für deren Beschreibung Sprache nicht mehr ausreicht. Darin liegt das Verführerische dieser Droge, obgleich die Zungenvision Kemps Trip in Horror verwandelt:
„Your tongue is like an accusatory giblet!”
Das ist jedoch von der Situation abhängig, und von dem was du im Kopf hast. Zusammen mit einem harmonisierenden Partner im angenehmen Ambiente eingenommen, würde sich eher die Vision eines erfüllten Lebens entwickeln, in der man alles zu sehen und zu verstehen glaubt, und die den Weg zur Umsetzung in Realität aufzeigt. Nur – warum braucht man in DER Situation noch diese nicht suchtbildende, aber anstrengende Droge? Und wie oft kann man den Moment der Erkenntnis wiederholen – bis er zu einer anderen Form von Unterhaltung wird?

Ein Gedanke zu „Is it bullshit?

  1. Steve Jobs and LSD: “The drug LSD, referred to 33 times, is clearly important to Jobs. (The FBI thought the same, according to documents released this month.) ‚How many of you have taken LSD?‘ Jobs taunts an audience of Stanford business school students. ‚Are you a virgin? How many times have you taken LSD?‘ he demands of an Apple interviewee. Bill Gates would ‚be a broader guy if he had dropped acid.‘ Tripping was ‚one of the two or three most important things he’d done in his life.‘ People who had never dropped acid ‚would never fully understand him.‘ The generations that followed his own were more ‚materialistic‘ and less ‚idealistic‘ for not having tripped; also, they all looked like ‚virgins.‘ In the binary world within Steve’s reality, having consumed LSD was the key determinant of whether a colleague or employee was deemed ‚enlightened‘ or ‚an asshole.’”
    http://blogs.reuters.com/great-debate/2012/02/22/the-book-of-steve-jobs-apple/

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