Christophobia?

Wilde-segnen

Wenn Ayaan Hirsi Ali in „Newsweek” (13.2.2012) schreibt: „The Rise of Christophobia – from one end of the Muslim world to the other, Christians are being murdered for their faith”, so enthält der Aufmacher nicht nur eine nichtssagende Verallgemeinerung („Muslim world”), sondern er bedient auch die ausgedehnte christlich-amerikanische Klientel mit Märtyrer-Propaganda, die überwiegend für den Irrsinn verantwortlich ist, der sich nicht nur auf Sulawesi abspielt. Der Islam ist zwar nicht so grotesk zersplittert wie das Christentum, eine gesteuerte globale Verschwörung existiert jedoch nicht. Der Autor stellt sogar selber fest, daß von trerroristischen Aktivitäten auch „Muslim clerics“ betroffen sind. Trotzdem malt er in seinem Artikel das Gemälde einer „unrecognized battle“, eines „rising genocide“ und einer „conspiracy of silence“. „Not even Indonesia – often touted as the world’s most tolerant, democratic, and modern majority Muslim nation – has been immune to the fevers of Christophobia.” Begründet werden diese Pauschalisierungen eines angeblich in den Nachrichten unterdrückten Problems mit Beispielen und Fotos aus Afrika. Berichte über westliche „Islamophobia“ seien übertrieben, das Christentum tolerant.
Letzteres ist mir noch nicht aufgefallen, werde ich doch täglich von christlichem Missions-Fanatikern belästigt (Obwohl das in Indonesien verboten ist, wenn alle schon eine Religion haben!), dagegen hat mich in 11 Jahren noch nicht ein Moslem zu bekehren versucht. Muß ich mich erst in die Geschichte des Christentums zurückwühlen, um an den Beispielen Kreuzzüge, Inquisition und Verbrennung Giordano Brunos als Ketzer nachzuweisen, mit welcher Toleranz zu rechnen ist, wenn Christen die Macht haben? Das spare ich mir und verweise schlicht auf konkret Aktuelles: 2 christliche Damen wurden eingesperrt. Helle Empörung in der christlichen Gemeinde. Sie hatten gegen indonesisches Recht verstoßen, in dem sie illegal eine Kirche etablierten. Sowas muß angemeldet und genehmigt sein. Was in diesem Bereich des christlichen Imperialismus geplant ist, hat vor einiger Zeit ein afrikanischer Prediger erklärt: alle 10min 1 Kirche – weltweit! In Nordsulawesi ist dieses Ziel schon erreicht, für den Rest Indonesiens werden die Moslems das verhindern, und das ist gut so. Zumal auch Nicht-Moslems die blasphemische Erfindung eines dreifachen Gottes unverständlich bleibt. Ein anderer Christ kam hinter Gitter, weil er Hetz-Traktate verteilt hatte. Der Attentäter eines spektakulären Massakers an Christen in Zentral-Sulawesi erwies sich als Christ. Hiesige Christen opponierten gegen das Todesurteil mit der Begründung, ein Christ tue so etwas nicht. Der Bombenfund kürzlich im zentralen Verwaltungs-Palast der Protestanten war so merkwürdig, daß die Polizei gleich mit ihrer Wirkungslosigkeit abwiegelte. Eine Sensation, die schon 1 Tag später völlig aus den Medien verschwand – weil die Geschichte offensichtlich zu sehr stank.
Auf die Pflicht zur Übernahme der Weltherrschaft kann sich jeder Christ bibelgemäß berufen (Matthäus 28, 16-19), und diese aktuelle „battle“ erscheint mir tatsächlich noch zu sehr „unrecognized“ und unterschätzt. Was uns allen aus christlicher Sicht droht, die wir dem nicht folgen wollen, weil wir lieber denken als glauben, haben Künstler oft genug vorgemalt. Niemand nimmt den Christen das Recht, still in ihrer Stube anhand der Bibel die Wiederkunft Christi zu berechnen. Weil sie das mit Hinweis auf den Missionsbefehl ihres manchmal sehr wütigen Gottes nicht können, sondern uns alle permanent mit Märchen belästigen müssen, sollte man sie auf humane Weise ausbremsen.

2 Gedanken zu „Christophobia?

  1. Gestern kaufte ich mir in Manado ein Samsung-Handphone namens „GT-C3520“. Als ich es konfiguriert hatte, zeigte das Display 2 tote Pixel, und der Musik-Speicher enthielt als 1. Lied einen Song über Jesus.

  2. Es waren gar keine Pixelfehler, sondern auf dem Display klebte eine Schutzschicht mit Schmutz darunter. Ich mein, sowas muß einem Reisbauern doch gesagt werden. Aba der Jesus-Song war echt. Entweder speziell für den Verkauf in Nordsulawesi oder hier eingefügt. In einer Bank-Filiale hat der Direktor sogar einen christlichen Screen-Saver.
    https://minahasato.wordpress.com/2011/01/22/endlich/
    https://minahasato.wordpress.com/2011/06/19/personalisiertes-handphone/

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