Moderattfahn

June

Entweder iss D total übareguliert, oda ich lebe unta Verrückten – wenn man allein ma das Moderattfahn vergleicht. Geduldich iss der Wilde ja – wenn er Angst hat – aba nich im Straßenverkehr. Da kann es nich schnell genuch gehn. Doch was sich die Moderattfahrer hier leisten, iss völlich jenseits. Das Harmloseste, daß sie einem auf der eigen Fahrbahn entgegenkommen, nich nur beim Übaholen. Da sausen sie leicht bekleidet, eventuell zu dritt oda auch zu viert auf 1 Moderatt, links, rechts, in der Mitte zwischen den Autos durch, daß einem der Atem stockt. Meist beruht Furchtlosigkeit ja auf Ignoranz, und darin sindse gut. Und so entstehen zunehmend überall am Straßenrand diese kleinen Erinnerungs-Stätten mit Helm und Blumen, die es auch in D gibt. Man stelle sich ma vor, überall wo eina gestorben iss, wird son Mini-Memorial aufgebaut. Wie sieht das denn aus: „Hier starb … . Er hatte weder Vorfahrt noch Führerschein.“
June (47) fuhr nich selbst, sondern saß hinten auf einem dieser anarchischen Moderatt-Taxis, die Frauen oft haltlos im Damensitz. Hamse Hosen an, hocken se breitbeinig drauf, was inzwischen nich mehr als anstößig gilt, doch frage ich mich manchmal, wo se sich eigentlich am Fahrer festhalten. June iss einfach runtagefalln, hat sich den Kopf aufgeschlagen und iss nich mehr aufgewacht. Elon hat auch ma seine Frau verloren und es reichlich spät bemerkt. Die iss aba nur innen Graben gefalln. June war mittlere Beamtin, wie ihr Mann, von dem se getrennt lebte. Anders als für deutsche Bundespräsidenten iss Scheidung für indonesische Beamte verboten, und so kommt es dann, daß Joubert, der uns ab und zu fährt, sie ma bei der Einfahrt in ein Stundenhotel gesehen hat. Das sind die sozialen Folgen, wenn Gesetze von religiösen Fanatikern ausgedacht werden. Wie bei der Drogen-Gesetzgebung auch: Miese Gesetze erzeugen erst den düsteren Untergrund.
June hinterläßt 4 Kinder, von denen 2 eigentlich ihrer Schwester gehören, die 3 mit Hilfe von 3 verschiedenen Vätern produziert hat. Ein viertes iss in Arbeit. Ihr maroder Vater, der sich mit Genugtuung darüba geäußert haben soll, daß ich ma geschlagen worden bin, iss so traurich üba Junes Tod, daß er 3 Krachfeste mit total tanzbarer Totenmusik veranstalten muß. Sein Sohn, ein Polizist, so traurich, daß er meine Frau angepumpt hat, um seine Schulden bei ihr bezahlen zu können. Sie hat ihm aba was gehustet. Da wurde er pampich – worauf sie ihm noch mehr gehustet hat, denn sein Vorgesetzter tagte kürzlich in unserer pendopo. Da hat er lieba gleich einen Teil seiner Schulden zurückgezahlt.

Und Oce, die Frau von Wering, was der Bruder von Joubert iss, hat zu viele Durian gegessen, die sehr fett- und kaliumhaltich sind. Am 1.Tag mit ihrem Mann zusammen 3, am 2.Tag 5 und am 3. allein einen. Abends bekam sie dann beim Gottesdienst einen Schlaganfall. Ich vermute, Gott hat Oce so gern, daß er sie frühzeitich zu sich rufen wollte, weil sie aber derartich nach Durian stank, hat er diese Idee aufgegeben.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s