Hände weg vom Acker, Mann!

Reis-pflanzen

Da gäbe es wieder so eine heftige Diskussion: Die Deutschen hätten um den Weihnachtsbaum herum gesessen und über Agrarpreise diskutiert, die sich angeblich besorgniserregend volatil entwickeln, was nich mehr allein durch Angebots- und Nachfrageentwicklungen erklärbar iss. Und wer hat Schuld? Latürnich die Spekulanten. Dabei kuckt man auf Preissprünge bei Weizen bis zu 400% (Ich hoffe, Reis schafft das auch!), aba nich auf die Abstürze (Baumwolle -37%). Und so klagt z.B. die Organisation „Foodwatch“ („die essensretter“) die Wetten der Deutschen Bank an, deren Indexfonds die Rohstoffmärkte durcheinander brächten. 84% der Bundesbürger (Ich bin ja kein richtiga.) fänden das angeblich nich akzeptabel. 49% würden deshalb sogar die Bank wechseln, wenn ihre andere Menschen verhungern ließe (Das iss so lieb, aba zu welcher gehn die dann?).
Das „Institute of International Finance“ (IIF) beruft sich dagegen auf die akademische Literatur zum Thema Terminmärkte und Rohstoffpreise: Demnach gäbe es keinen wissenschaftlichen Beweis für den kausalen Link zwischen Finanzinvestitionen an den Rohstoffmärkten und steigenden Notierungen bzw. höheren Volatilitäten. Vielmehr seien die Preisbewegungen durch Fundamentalfaktoren wie zum Beispiel der steigenden Nachfrage aus den Entwicklungsländern begründet. Neben dem Wettereinfluß spielen die klassischen Produktionsfaktoren wie Arbeit (Lohnkosten, Maschineneinsatz, Energiepreise), Kapital (auch bei niedrigen Zinsen in Industrieländern bleibt in den unterentwickelten, inflationären Ländern der Einsatz von Kapital und damit die Produktionssteigerung begrenzt) und Boden (Abnahme der Anbauflächen). Dazu komme die steigende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung (7Mrd, 2023 8Mrd) und deren sich signifikant verändernden Ernährungsgewohnheiten (dramatisch wachsende Nachfrage nach Fleisch in China). Verschärft wird die Situation laut FAO-Studie „Global Food Losses and Food Waste – Extent Causes and Prevention“, daß weltweit jährlich rund 1/3 der eßbaren Lebensmittel unbrauchbar werde, wie z.B. mein Yoghurt neulich. Und deshalb bleiben die Antworten auf die Gründe für den Preisanstieg bei Agrarprodukten so spekulativ wie die Notwendigkeit sich gegen fallende Preise bei der Produktion abzusichern. Indem ich Ernten vorfinanziere, verhalte ich mich schon als Spekulant, denn ich erwarte, daß ich mehr als meinen Einsatz zurückbekomme, und ich bete täglich zu Dewi Sri, Reis möge teurer werden. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, Menge und Preis der verfügbaren Nahrungsmittel ist ein Welternährungsproblem, nicht vordergründig eins der Banken. Laut FAO-Grafik fallen die Preise aktuell sogar von ihrem hohen Niveau in den Bereich von 2008.

Quelle: Nord LB

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