Weihnachtsgeschenke

erbeutet

„O Herr, wie sind Deiner Werke so viel! Du hast sie alle in Weisheit geschaffen, die Erde ist voll deiner Güter. Da ist das Meer, so groß und weit; darin wimmelt es ohne Zahl, kleine Tiere samt großen. Da wandeln Ungeheuer, der Leviathan, den du gebildet hast, damit zu spielen.“ Psalmen (104, 24-26)

Ich kann es mir nich anders erklären, Thomas Hobbes (1588-1679), englischer Philosoph und Staatstheoretiker, muß seine Erkenntnisse in Indonesien gewonnen haben: Weit hinaus über die animalische Gier der sich selbst erhaltenden kleinen und großen Tiere und deren Kampf aller gegen alle, strebt der Mensch in egoistischer Weise nach Macht und Ruhm (bela, wie man es hier in treffend lautmalerischer Weise ausdrückt). Den latenten Bürgerkrieg, aber auch den der Staaten gegeneinander, schrieb Hobbes dem unbeschränkten privaten Urteil in religiösen Dingen zu, nicht nur dem katholischen „Reich der Finsternis“ sondern besonders den sich in zig zersplitterten Sekten manifestierenden protestantischen Wahnideen hysterischer Fanatiker. Jeder strebt nach Macht über andere – selbst wenn ihm das widerstrebt, wird er gezwungen, Positionen so zu besetzen, daß er nicht fremdem Willen unterworfen wird – und so sucht er zu okkupieren, was er erwischen kann. Der landlose Viehbesitzer bindet seinen kapitalen Brahman-Bullen an einer dünnen Papaya-Staude auf fremden Boden an, der Bulle marschiert mit der Staude los und macht alles platt – inklusive gerade angelegter Grenzbepflanzung. Also schnappe ich mir das dämlich glotzende Vieh, zerhacke das Seil und binde ihn mit dem Rest an eine Sago-Palme, denn „Vereinbarungen ohne Schwert sind bloß Luft“ (Hobbes). Mehr als 2x brauche ich keinem das Seil zu zerhacken.
Beschränkt der Staat sein Eingreifen auf bloßes Beschwören der Gemeinschaft (Hobbes glaubte nicht, daß der Mensch von sich aus zur Gesellschaft strebt.), erlebt man Feuerwerk in Manöverlautstärke zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit von November bis Februar. Ebenso die Minahasa-Unsitte des privaten Geldleihens und damit verknüpfter Grundstücks-Hin- und Herschieberei. Da kommen sie fast täglich, manchmal sogar in Beamten-Uniform angekrochen, um mit kaum einlösbaren Versprechungen Geld zu leihen. Fordert man es nach reichlich überzogener Frist schließlich zurück, werden sie aggressiv, bis man sie in den Staub stößt – dann kriechen sie wieder. Doch sind all diese kleinen und großen, immer sehr religiösen Betrüger nichts gegen den Staat als Mega-Lumpen.
Hobbes forderte den allmächtigen Überstaat, der nur da politische Freiheit gewähre, wo kein Handlungsbedarf des Souveräns bestehe. Die Unterwerfung des Bürgers unter die Vernunft des Souveräns in einem Staatsvertrag diene der Sicherung seines Lebens vor dem Chaos. Auf diese Weise kann sich der Staat jedoch zum Leviathan mausern, der den mythologischen Ungeheuern ähnelt. Da der Souverän meist eher geisteskrank als weise handelt, und der modern demokratische Staat meist nur die Interessen korrumpierter Gruppen umsetzt, kann er unvernünftig regieren und z.B. sein unsolides Wirtschaften mit Rentenkürzungen finanzieren. Mit dem Weihnachtsgeschenk, ab 2012 steige das gesetzliche Rentenalter jedes Jahr um einen Monat, kann in meinem Fall Herr Thierse seine trivialen geopolitischen Ambitionen finanzieren. Auch die Methode, Renten für in 3.Welt-Ländern Seßhafte höher zu besteuern, zeugt von dieser leviathanischen Attitüde.

8 Gedanken zu „Weihnachtsgeschenke

  1. Hobbes erinnert mich an meine Geschichte-Lektionen in der Schule – ganz besonders der Leviathan ist hängen geblieben. Ich hatte aber verdrängt, dass der noch immer sein Unwesen treibt. Trotzdem wünsche ich schöne Weihnachtsfeiertage.

  2. „Die Wilden fehlen mir“ Die Bilder oben haben bei mir eine Zeitreisse ausgelösst!
    Vor 2 Jahren hatte ein Nachbar seine Kuh bei uns im Garten am Zaun festgebunden. Den Zaun hatte ich gebaut, um meine Rottweiler vor der Aussenwelt zu schützen. Die Kuh riss den Zaun, 3 Hunde die Nachtwache übernehmen sollten schliefen um 17.00 Uhr im Schatten der Palmen. Doch die Kuh hatte vor zu sterben, sie riss den Zaun um, die Hunde wurden wach, ich beobachtete das im Fernglas. Es dauerte nicht lange da erwachte auch der Nachbar-Kuhbesitzer, aus seinem Rausch. Die Hund bellten um die Kuh herum, der Nachbar wollte seine Kuh schützen. Er zog seinen 11mm Smith & Wesson-Revolver, wollte einen meiner Hunde erlegen und erschoss dabei seine eigene Kuh. Die 3 Rottweiler erschrocken durch den Knall, rannten zurück in den Garten. Dort wurden sie von uns in Sicherheit gebracht, vor dem Nachbarn. Die Polizei wurde auch alamiert durch den Knall, 500m weg von uns. Sie kamen mit einer Honda Dream-zu zweit, es war mittlerweile schon Dunkel. Beide hatten 100% UV-Licht Protection-Police Sonnenbrillen auf. Der Nachbar sagte zu dem Fahrer der Honda Dream (3 Star-Police Officer) ich hätte seine Kuh erschossen, da sie meinen Zaun zerlegt hat. Die 3 verhandelten um die erlegte Kuh von ihm, tranken Reisswein denn ich zur Verfügung stellte. Um 23.00 das Ergebniss – Nachbar-Polizei & dazu geeilte Anlieger – Kuh wurde geschlachtet, an Ort & Stelle. Ich bekam den Kopf bis zur Mitte so wurde es ausgehandelt, die Hälfte der Kuh, die Trophy, das Horn. Der Nachbar bekamm den Schwanz, bis zur Mitte der Kuh, die Ratte. Sie grillten & sangen die ganze Nacht, bis die Sonne aufging, um 6.30 Mein Zaun wurde im Kollektiv repariert, musste ihn aber bezahlen. Ich muss die Rottweiler besser ausbilden, die müssen schrecksicherer werden, wenn der Nachbar seine 11mm wieder zieht!

  3. Das ist absolut Spitze und doch sehr schade, daß Du keinen Erzähl-Blog betreibst. In der Struktur wie hier auch, nur NOCH anarchischer. Ich bin wirklich froh, daß es hier ein Totalverbot für Schußwaffen gibt, obwohl ich manchmal 1 Sniper-Gewehr vermisse, mit dem sich manches besser regulieren ließe (z.B. die Hunderudel).

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  5. Pingback: Kurzwestern | Flaschenpost

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