Weihnachten mit Sponge Bob

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Nich genuch, daß man morgens ersma 2 cicak – diese überflüssigen Zimmer-Scheißer – durch die Räume verfolgen und totschlagen muß, was den Adrenalin-Spiegel gleich hochbringt (Neulich lief solch ein Mini-Saurier sogar oben über den Monitor-Rand, während ich gerade „Zeus – Herrscher des Olymp“ spielte!), man wird auch noch gegen 5:00 mit „I wish you a merry Christmas“ geweckt. Vorgetragen in perfekter Verzerrung aus dem kommunistischen Sehrlautsprecher der Protestanten, ganz egal, ob man Moslem, Wiedertäufer, Chinese oda Ostpreuße iss. Bei den ebenso verwirrten, im TV gezeigten Besuchen der Nikoläuse iss diesmal sogar Sponge Bob dabei und ein nich identifizierbares weiß-wasserköpfiges Monster – TV-Junkies werden es sicher aus irgendwelchen Serien kennen.

Auch in der Pizza-Hütte Manados wird man von oben so mit Musik beschreddert – entweder iss der Deckenlautsprecher oda die ganze Anlage kaputt – daß man meint, JEDER müsse das doch merken, dieses ZU LAUT und ZU KAPUTT, doch iss dem nich so. Was kann man von einer Gesellschaft erwarten, in der sogar Regierungs-Präsidenten ums Haus schwebende Särge sehen, ohne daß sie zum Amtsarzt bestellt werden. Also muß man drohen, das Restaurant zu verlassen, wobei man schon froh sein kann, wenn die Bedienung nich mitsingt.
Weltweit sehe ich einen Mangel an Emissionsschutz-Maßnahmen gegen Luftverschmutzung durch Musik. Einfache Abhilfe wären Selbstzerstörungs-Mechanismen, die beim Überschreiten bestimmter Lautstärken die Anlage ähnlich einer Panzermine zur Explosion brächten. Auch sollten Filter zum Einsatz kommen, die beim Gebrauch virenhafter Wörter wie „jingle“, „bell“, und „love“ das Sound-System automatisch abschalten. Überlegungen sollten hinsichtlich der Reduzierung des Musik-Unterrichts angestellt werden, der zu dieser verheerenden Breitenwirkung beiträgt.
Unbefriedigend iss ferner, daß man in der Pizza-Hütte nich gleich ergänzend zum Besteck eine Kakerlaken-Klatsche geliefert bekommt. So muß ich die jungen Kakerlaken mit dem Pizza-Heber verfolgen, was auf der Wandtäfelung im Ripple-Stil kaum funktioniert. Das wissen die Viecher ganz genau. Auch denjenigen, der auf dem Tisch zum Trinken erschien, hab ich verfehlt, weil meine Frau im Wege saß.

Der gemeingebildete Mitteleuropäer wird latürnich gleich bemerken, daß es sich bei dem Gemälde von Hans Memling (1433-1494) nich um eine Weihnachtsdarstellung sondern um die angeblich mystische „Vermählung der hl. Katharina“ handelt. Ferner iss nich Sponge Bob sondern Mr. Wash abgebildet, was ja übahaupt ganich sein kann, weil es im 15.Jahrhundert noch gakeine Waschmaschinen gab (Übrigens war bei unserer neulich eine Schraube locker, was aba jetz ganix mit dem Thema zu tun hat.). Und um gleich das Geltendmachen irgendwelcher urheberischen Kakerlaken-Rechte brüsk zurückzuweisen, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Memling nie nich Kakerlaken gemalt hat – höchstens nur mal so zum Spaß. Ergänzend sei zugegeben, daß vor dem Verfassen dieses Artikels mehrere Tiere grob mißhandelt worden sind.

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