Kleine Stauologie

Es gibt verschiedene Arten von Staus in Indonesiens. Der bekannteste iss der Gefühlsstau, der sich im Amoklauf oder gewöhnlich hysterischem Geschrei entlädt.

Tradition hat auch der Tankstellen-Stau. Typisch für Nordsulawesis Tankstellen iss, daß sie oft kein Benzin verkaufen können. Dafür haben sie schon extra Schilder bereit wie „solar habis“. Man weiß zwar nich so genau, weshalb das Benzin nich mehr ausreicht, sicher iss jedoch, daß die Regierung die Subventionen abbauen und die Wilden zwingen will, auf teureres Super umzusteigen. Das billige „Premium“ darf nur von öffentlichen Verkehrsmitteln getankt werden, andere nur je 30L. Doch läßt sich der Wilde ungern zwingen, sondern wartet lieba bis ma wieder ein Tankwagen kommt und tankt 2x an verschiedenen Stellen. Dabei verstopft er parkend alle umgebenden Straßen, und so entsteht der kilometerlange Tankstellenstau.

Ebenfalls schon älter iss der minyak-tanah-Stau. Mit minyak tanah (genau übersetzt = Erdöl; es iss aba keins, sondern Brennspiritus) kochen die Wilden. Da sie an den Ausgabestellen nich stundenlang warten wollen, stellen sie, anstatt sich selbst, ihre Kanister dort schön in eine stark gewundene Reihe. Neu iss, daß die Regierung die Wilden zwingen will, von minyak tanah auf das billigere Propan umzusteigen, das in verrosteten Druckbehältern geliefert wird. Da der Wilde allgemein nich so die Sicherheitsprobleme wie ein Mitteleuropäer hat und zum Bleistift beim Einfüllen von Benzin raucht oder durch das Zischen eines gefälschten Gas-Behälters nich beunruhigt wird, fliegt er ab und zu in die Luft, was wiederum landesweite Ängste auslöst. Und da das heilige Kochfest vor der Tür, aba nich mehr genuch minyak tanah bereitsteht, kommt es neuerdings auch noch zu unruhigen minyak-tanah-Staus an den Ausgabestellen.

Und dann gibt es latürnich noch allzeit den gemeinen Verkehrsstau – nich nur als Folge des Tankstellen- und minyak-tanah-Staus. Die Polizei tut so, als ob sie „proaktiv“ iss, sogar auf Postern. Ich muß imma lachen, wenn ich die sehe, denn um pro- sein zu können, muß man ja ersma aktiv sein. ~100m vor der obigen Szene hatte sie es sich im Schatten von Bäumen gemütlich gemacht, nachdem sie die LKW rechtzeitig stoppte, damit jene ganich erst in den nächsten Tankstellen- oda minyak-tanah-Stau reinfahren würden. An sich genial. Nur parkten die beiden Trucks rechts zu 2/3 auf der Straße. Der gelbgrüne links fuhr schon zu 2/3 auf dem Seitenstreifen, während sich der rote in der Mitte durchzuquälen versuchte. Die Zwischenräume werden imma von Motorradfahrern gefüllt. So iss der Platz gut ausgenutzt. Alle versuchen irgendwie nach vorn zu kommen – bis nix mehr geht. In diesem Fall drohte der Seitenspiegel des roten Tankwagens am Seitenspiegel des orangen Container-Trucks hängenzubleiben. Fahrer und Beifahrer konnten ihre Türen nich mehr öffnen, um den Bügel, an dem der Seitenspiegel angebracht ist, umzubiegen. Der schwächliche Beifahrer versuchte es durch das Seitenfenster, schaffte es aba nich. Sendepause.
Inzwischen merkte die Polente im Schatten, daß der Verkehr endgültich stockte. Zuerst kam ein Polizist an, der nich wußte, was er tun sollte. Danach kam noch einer, der das auch nich wußte. Dann hörte man es pfeifen – ein beliebtes Mittel, um den Eindruck zu erwecken, man reguliere den Verkehr. Sendepause.
Dann stieg ein älterer Motorradfahrer von seinem Gefährt, ging zu dem roten Tankwagen, bog den Seitenspiegel-Bügel nach vorn, der LKW kam durch, und der Verkehr floß wieda zäh vor sich hin. So einfach kann das sein. Aba man muß wissen, wie!

Es gibt auch noch andere Staus, die aba alle Varianten von Es-gibt-was-aba-nich-genuch-Staus sind. Dabei gehen gläserne Eingangstüren zu Bruch oda auch die Wilden selbst.
Außerdem gips noch die Da-iss-was-los-Staus, die nich wesentlich anders aussehen als die bereits beschriebenen. Iss nur mehr los.
Beim nintau-Stau weiß man allerdings übahaupt nix mehr.

Ich könnte mir vorstellen, daß dem einen oda auch anderen beim Betrachten des obigen Fotos der Gedanke deuchtet, das sähe ja aus wie in Sottrum oda so. Eben! Das iss das Problem.

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