Glorreiche Vorfahren

Haiti-Wodu

Seit 1734 entwickelte sich St.Domingue, das spätere Haiti, durch den Anbau von Zuckerrohr, Kaffee, Kakao, Baumwolle und den systematischen Import von Sklaven zur reichsten Kolonie der Welt.
Im Mai 1791 proklamierten die französischen „Freunde der Schwarzen“ im Zuge der Revolution die Gleichberechtigung der freien Farbigen, ein Dekret, das schon im September widerrufen wurde. Aufständische Sklaven wurden bei lebendigem Leibe Arme, Beine, Schenkel und Hüftknochen zerbrochen, „dann werden sie auf’s Rad geflochten, das Gesicht dem Himmel zugekehrt, um dort so lange zu bleiben, wie es Gott gefällt, sie am Leben zu erhalten. Nach ihrem Tode werden ihre Köpfe abgeschnitten, auf Pfähle gespießt und auf der Straße … zur Schau gestellt.“
Die Sklaven, die die französische Revolution mißverstanden hatten, setzen sich unter Toussaint Louverture so erfolgreich gegen die Kolonialtruppen zur Wehr, bis 1795 alle Einwohner der Kolonie als französische Staatsbürger anerkannt wurden. „Die Freiheit, behauptet ihr, welche uns die Republik schenkt, sei falsch. Wir sind Republikaner und deshalb von Natur aus frei. Die Könige sind es, deren Name allein schon alles Häßliche und Hassenswerte auf der Welt ausdrückt, die sich das Recht anmaßen, andere Menschen zu versklaven, die von Natur aus frei geboren sind wie sie.“
1802 erließ Napoleon ein Gesetz über die Wiedereinführung der Sklaverei. An General Leclerc: „Schaffen Sie uns die dekorierten Afrikaner vom Hals!“ General Rochambeau an General Ramel: „Ich sende Ihnen … 28 englische Bulldoggen … Ich mache Sie pflichtgemäß darauf aufmerksam, daß Ihnen keinerlei Futter- oder Geldmittel für die Ernährung dieser Hunde zur Verfügung gestellt werden. Geben Sie ihnen Neger zu fressen.“ Rochambeau „erfand ein neues Mordwerkzeug, mittels welchem die auf einander gehäuften Schlachtopfer beiderlei Geschlechts durch Schwefeldampf erstickt wurden.“
1803 proklamieren die Aufständischen die Republik Haiti als unabhängig, was 1825 durch Karl X. gegen Entschädigungszahlung anerkannt wurde. Der Großgrundbesitz der Weißen wurde von Einheimischen übernommen, „die sich von den früheren Kolonialherren nur dadurch unterscheiden, daß sie sehr viel unproduktiver wirtschaften.“

Zitate aus H.C. Buch, „Die Scheidung von San Domingo – Wie die Negersklaven von Haiti Robespierre beim Wort nahmen“, 1976
Foto aus W.B. Seabrook, „Geheimnisvolles Haiti – Rätsel und Symbolik des Wodu-Kultes“, 1931

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