7. Gebot der Entwicklungspolitik

Adam-&-Karl

Streiche die Ideen von Karl Marx, des deutschen Philosophen aus dem 19. Jahrhundert, aus Deinem Kopf und ersetze sie durch die Gedanken von Adam Smith, des schottischen Philosophen aus dem 18. Jahrhundert. Auch die Deutschen haben diese Wahl getroffen. Du solltest Dir daran ein Beispiel nehmen.

„Wie sehr wir auch auf unsere eigenen Bedürfnisse fixiert sind, wir haben immer einen Mechanismus in uns, die Gefühle der anderen zu teilen und sie zu verstehen.“ Daß Adam Smith in seiner „Theorie der moralischen Gefühle“ die Ansicht vertrat, der Mensch könne ebenso Sympathie für andere entwickeln und zugleich selbstinteressiert handeln, die Wirtschaft wäre mithin zügellos freizusetzen, lag daran, daß er die Minahasa nich kannte. In Entwicklungsländern wie Indonesien erfährt man konkret, daß das ungebildete Volk zu vernünftigem Handeln gezwungen werden muß. Für Smith entstand Gerechtigkeit durch die Herrschaft des Gesetzes, Verteilungsgerechtigkeit sollte dagegen nicht Staatsaufgabe sein. Andererseits war staatlicher Eingriff gemäß den Theorien von Karl Marx auch für John Maynard Keynes keine Lösung: „Das Kapital erweckt in mir die gleichen Empfindungen wie der Koran. Ich weiß, daß es ein historisch wichtiges Buch ist, und ich weiß, daß viele Menschen, die nicht alle verrückt sind, in ihm eine Art Fels im Strom der Zeit und Quell anhaltender Inspiration finden. Wenn ich hineinschaue, ist es mir unerklärlich, wie diese Wirkung von ihm ausgehen kann. Seine langweiligen, antiquierten Auseinandersetzungen erscheinen mir so überaus unverständlich, daß ich nicht begreifen kann, wie sie als Material für diesen Zweck in Frage kommen können. Wie haben diese beiden Bücher den halben Erdball mit Feuer und Schwert überziehen können? Das ist mir zu hoch. … Mögen wir selbst auch eine neue Religion brauchen, wie könnte ich die in dem verworrenen Zeug in den Roten Buchläden finden?“

Inzwischen braucht der Indonesier keine ausländischen Ausbeuter mehr, das macht er selbst. Ob Land- oder Fabrikarbeiter, zwischen weißem Boß und einheimischem Arbeitnehmer ist immer der indonesische kontraktor zwischengeschaltet, der Lohngelder kürzt oder unterschlägt. Und überall da, wo Indonesier ausländische Projekte übernehmen, verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen zu frühkapitalistischen Verhältnissen der finstersten Art. Dabei werden die größten Lumpen davon schwärmen, wie traditionell sozial alles im Lande abläuft, wie ohne Einschalten von Polizei und Gericht Probleme nur durch gemeinsames Reden mit allgemeinem Konsens gelöst werden. In Wirklichkeit läuft es wie bei Katzen, Hühnern und Barschen ab: Der Schnellste und Rafinierteste schnappt den größten Brocken, und wenn er auch der Stärkere ist, darf er ihn behalten. Das wird als natürlich empfunden. Ein Gefühl für die Notwendigkeit der Durchsetzung allgemeiner Gerechtigkeit fehlt weitgehend.

9 Gedanken zu „7. Gebot der Entwicklungspolitik

  1. Ein Gefühl für die Notwendigkeit der Durchsetzung allgemeiner Gerechtigkeit fehlt weitgehend.
    Wer lügt-lügt nicht, der wird als Clever bezeichnet oder als schlau und geschäftstüchtig? Diese Aussage, ist kein Beispiel zur Nachahmung!

    Amartya Sen bezeichnete den Beitrag von Smiths Wohlstand der Nationen für unser Verständnis dessen, was später Kapitalismus genannt wurde, als monumental. Seine Erkenntnisse sind bis zum heutigen Tag bedeutend. Nach Sen betrachtete Smith den reinen Marktmechanismus keineswegs als ausreichend. Für das Funktionieren einer Marktwirtschaft ist außerdem noch Vertrauen zwischen den Akteuren einschließlich der Banken unverzichtbar. Smith erläuterte in seinem Werk die Mechanismen, die dazu führen, dass dieses Vertrauen manchmal gestört ist. Er würde, so Sen, die derzeitigen Probleme von Firmen und Banken nicht rätselhaft finden.Überall dort wo der legale Zins nur ein wenig über dem niedrigsten Marktzins festgelegt wird, ziehen die Darlehensgeber die soliden Geschäftsleute den anderen vor, da sie fast soviel Zinsen erhalten, wie sie von den unseriösen zu nehmen riskieren, wobei ihr Geld zudem weit sicherer angelegt ist.
    „Sie werden in ihm einen wahrhaft verdienstvollen Mann finden, wenngleich seine sesshafte, zurückgezogene Lebensweise sein Auftreten und Erscheinungsbild als Mann von Welt getrübt hat.“ Adam Smith [smɪθ] (* 5. Juni 1723 (wahrscheinlich) in Kirkcaldy (Grafschaft Fife, Schottland); †

  2. ahja. alles gar nicht so einfach. dabei bin ich glaubsch immer noch son verkappter Marxist. (H) aber davon abgesehn, funktioniert diese Art von Marktwirtschaft allein deswegen nicht, weil immer wieder auch gelogen und betrogen wird. (H)

    Und wenn man sich mal so die Liste der größten Profiteure anschaut, weiß man auch, dass es um viel Geld geht.

  3. Dann müßte Dich doch eigentlich stören, daß Marxisten nicht nur gelogen und betrogen sondern auch überall, wo sie es zeigen konnten, wirtschaftlich versagt haben (besonders in Asien). Suchst Du vielleicht nach einer griffigen Formel, die alles erklärt und löst?

  4. Der unparteiische Ausgleich von Interessen Moral und Ethik als Grundlage in der Freiheit des Individuums ist die Basis von Gerechtigkeit. Nirgendwo wo wir auch hinsehen in keiner Kultur Nation Demokratie oder auch Religion auf dieser Welt wird Gerechtigkeit in obigem Sinne gelebt. Im Grunde muss niemand ein Philosoph und von absoluter Weisheit sein um Gerechtigkeit die mit Freiheit einhergeht und letztlich in mehr Demokratie endet zu verstehen..Gerechtigkeit ist keine Gleichstellung was der Eine oder der Andere behauptet sondern genau das Gegenteil Gerechtigkeit ist die freie unabhangige Entwicklung eines jeden Einzelnen in einer Gesellschaft in seiner eigensten individuellen Welt und seiner eigenen Philosophie.

  5. Und was haben die Minahasa jetzt mit der Angelegenheit oben zu tun? oder Ist der Mensch schlecht ? oder Egal ? oder Welche „Gerechtigkeit im obigen Sinne “ meint Dieta ?

  6. Was “dieta” meint, bleibt mir unklar, weil das konkrete Beispiel fehlt. Im Falle der Minahasa gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Einmal in ihrem Selbstverständnis („God’s own country“ bei extrem hoher Kriminalität), besonders aber in der Sicht von außen. Es reicht nicht, die Verhältnisse organisatorisch ändern zu wollen, die Menschen in Entwicklungsländern immer als Opfer von irgendwas und irgendwem anzusehen, wenn sie sich vor allem gegenseitig betrügen und auffressen. Niemals zuvor hab ich es mit solch einer Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit zu tun gehabt. Das tun sie nicht nur aus Armut heraus, sondern aus animalisch ungebremstem Egoismus. Es ist nie genug Geld da für ständig steigende Bedürfnisse. Siehe Gebot 1!

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