5. & 6. Gebot der Entwicklungspolitik

groesster-Weihnachtsbaum

5. Gebot:
Leih Dir kein Geld mehr. Verschaffe Dir Auslandsinvestitionen, die sich bezahlt machen. Sorge nur für die erforderliche Infrastruktur. Hüte Dich vor Prestigeprojekten. Akzeptiere die Resultate der von der Weltbank oder unabhängiger Institutionen initiierten Durchführbarkeitsstudien. Nimm Hilfe, die darauf abzielt, kränkliche Industriezweige in Industrieländern zu subventionieren, gar nicht erst an.

Foto: Größter Weihnachtsbaum der Welt an Manados Küste

Begegnung

6. Gebot:
Erfinde das Rad nicht noch einmal. Millionen von Menschen auf unserem Planeten haben den Entwicklungsprozeß vor Dir durchlaufen. Gehe auch Du auf bewährten Pfaden und jage nicht hinter überholten Ideologien her.

„Ein Professor kann im Irrtum leben und sein ganzes Leben darin verharren, er kann tausend Intelligenzen vernichten, er hält doch seinen guten Platz und bezieht einen angenehmen Ruhestand. Aber ein Bauer, der es zweimal hintereinander mit der Saat versieht, ist ruiniert. Dieses Beispiel kann für sehr viele hoch bedingte und indirekte Berufe gelten, und die Spezialisten und Funktionäre aller Gebiete kommen leicht in die Lage, daß der Mangel einer unmittelbaren und anschaulichen Sanktion ihres Denkens und Handelns ihnen die Möglichkeit nimmt, sich durch nachdrücklich erlebte Rückwirkung ihrer Fehler zu disziplinieren. Dieser letztere Vorgang ist aber nach der Meinung eines bekannten Anthropologen [Bronislaw Malinowski] ‚der früheste und wirksamste disziplinierende Beitrag, den alle kulturellen Tätigkeiten für die Steuerung des menschlichen Verhaltens liefern‘. Niemals bisher gab es die heute häufige Erscheinung, daß die Propaganda, mit der irgendeine öffentliche Sache durchgesetzt werden soll, in ihrer Erbitterung und Intoleranz schon die eigene Ahnung durchklingen läßt, sie werde an dem ungreifbaren, aber unüberwindlichen Widerstand der Verhältnisse oder der Menschen scheitern." (Arnold Gehlen, „Die Seele im technischen Zeitalter", 1957)

Cartoon von Gerhard Seyfried, „Wo soll das alles enden", 1978

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