10 Gebote der Entwicklungspolitik

Beamten-Transport

von Kishore Mahbubani, 1990, Singapore http://www.mahbubani.net/biography.html

1. Gebot:
Mache nur Dich selbst für Versäumnisse in der Entwicklungspolitik verantwortlich. Dem Imperialismus, dem Kolonialismus und Neoimperialismus die Schuld dafür zu geben, ist eine bequeme Ausrede, mit der man der notwendigen Selbstkritik aus dem Weg zu gehen sucht.

Sukarno versuchte sein wirtschaftliches Versagen zu überdecken, indem er in einer riskanten Allianz mit Peking und der Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) die Massen mit dem Pathos der Revolutionszeit aufputschte und die Schuld an der Misere Indonesiens den Neoimperialisten zuwies, die das Land angeblich einkreisten.
Im Frühjahr 1965 lieh sich meine Frau, in einer früheren Inkarnation als junges Mädchen, ein klappbares Opernglas in Gröβe eines Zigarettenetuis von einem Schulkameraden aus Tanjung/Kalimantan, um den auf der anderen Seite des Flusses gelegenen Bungalow eines leitenden Angestellten genauer betrachten zu können. Durch das Okular sah sie, daβ auf die weiβen Wände mit schwarzer Farbe Parolen gemalt worden waren: „Neokolonialisme“, „Imperialisme“ und „Go home!“. Der dort wohnte, hieβ Kalmer und war halber Holländer. Auch die Häuser der anderen leitenden Angestellten waren beschmiert, aber nicht die der Russen. Meine Frau konnte sich die politischen Zusammenhänge überhaupt nicht erklären, aber Kalmer wuβte, daβ er als indoeuropäischer Boβ um sein Leben fürchten muβte. Während die anderen Ausländer die Parolen einfach stehen lieβen, sorgte Kalmer dafür, daβ die Wände seines Hauses neu getüncht wurden. Daraufhin wurden die Hetzparolen mit breiten Holzkohlestrichen erneuert. Kalmers Ehefrau war deshalb froh, als Capt.Kinski, Kommandeur der örtlichen Militärstation und selber Mischling, ihren Mann 3 Monate in Schutzhaft nahm, bis die Ausreise nach Holland sichergestellt war.
Als Sukarno plante, Arbeiter und Bauern zur effektiveren Bekämpfung des Imperialismus zu bewaffnen, war die groβe Auseinandersetzung zwischen PKI und nationalistischem Militär vorprogrammiert. Breite Bevölkerungsschichten befürchteten eine unmittelbar bevorstehende kommunistische Machtübernahme. Die Situation war so gespannt, daβ nur noch die Frage offen war, welche Gruppe die andere massakrieren würde. Eine friedliche Einigung war ausgeschlossen. Trotzdem wurde die militärische Führung von den Ereignissen völlig überrascht, als in der Nacht des 30.Septembers Mitglieder der PKI mit der brutalen Liquidierung der Heeresleitung begannen, aber nur 6 Generäle und 1 Leutnant ermorden konnten, bevor der Putschversuch unter Führung des späteren Präsidenten Suharto niedergeschlagen wurde. In der Folge kam es hauptsächlich auf Sumatra, Java und Bali zu fürchterlichen, bürgerkriegsähnlichen Amokläufen, in denen in manchen Gegenden moslemische gegen kommunistische Dörfer antraten.
Die nahezu totale, frühzeitige Ausrottung der PKI und ihrer Anhänger ersparte dem jungen Indonesien einen von ausländischen Interessen geprägten, anhaltend selbstzerstörerischen Bürgerkrieg wie in Malaysia, Vietnam und Kambodscha und war letztlich Voraussetzung für die folgende positive Entwicklung des Landes. Die Zerschlagung des Kommunismus in Indonesien hat die deutsche Linke nie verwunden und die Existenz eines Putschversuchs bis heute geleugnet. Das wird schon deutlich, wenn man sich die dürftige deutsche Version des Wikipedia-Artikels über Sukarno ansieht.

Foto: Transport eines französischen Beamten in Indochina

4 Gedanken zu „10 Gebote der Entwicklungspolitik

  1. 2. Gebot (Verse 4-6)
    Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.

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