Rechter Gebrauch der Krankheit

Pisswannen

„O Gott, vor dem ich am Ende meines Lebens und am Ende der Welt Rechenschaft ablegen muß von allen meinen Taten! O Gott, der du in der Todesstunde mich losreißest von allem, dem ich ergeben war und woran ich mein Herz gehängt! Ich preise dich und benedeie dich alle Tage meines Lebens, daß es dir gefallen, zu meinem Heile jenem entsetzlichen Tage zuvorzukommen, indem du für mich alles Weltliche vernichtet hast in der Schwachheit, die du mir auferlegt … Herr, obgleich mein vergangenes Leben frei gewesen von schweren Verbrechen, da du Verführung dazu von mir ferngehalten hast, so ist es dir gleichwohl sehr mißfällig gewesen durch eine beständige Nachlässigkeit, durch den schlechten Gebrauch deiner heiligsten Sakramente, durch die Mißachtung deines Wortes und deiner Eingebung, durch die Müßigkeit und völlige Nutzlosigkeit meiner Handlungen und meiner Gedanken, durch die Vergeudung der Zeit, die du mir gegeben hattest, damit ich dich anbete, in all meinem Handeln dir zu gefallen suche, Buße tue für die Fehler, die täglich begangen werden und selbst bei den Gerechtesten so zahlreich sind, daß ihr Leben eine beständige Buße sein muß, damit ihre Gerechtigkeit nicht abnehme … Nimm von mir, o Herr, die Traurigkeit, die meine Eigenliebe mir einflößen könnte wegen meiner Leiden und wegen der weltlichen Angelegenheiten, die nicht nach dem Willen meiner Herzensneigung gehen und die nicht deine Ehre im Auge haben. Leg aber in mich eine Traurigkeit, ähnlich der deinigen. Mögen meine Leiden dazu dienen, deinen Zorn zu besänftigen. Laß sie Veranlassung sein zu meinem Heil und meiner Bekehrung …"

Nun hatte Blaise Pascal (1623-1662) ganz offensichtlich nich alle Wannen im Regal, trug er doch unter seinen Kleidern verborgen einen eisernen Gürtel voller Stacheln, auf den er mit dem Ellenbogen schlug, sobald sich ihm in Gesellschaft anderer der Geist der Eitelkeit regte, oder er Vergnügen an der Unterhaltung empfand (Ich erinnere mich an einen „Spiegel"-Artikel, laut dem der Gebrauch von Stachel-Beingürteln zu den anhaltenden Exercitien von Mitgliedern der jesuitischen „Gesellschaft Jesu" gehörte, konnte das aber nicht verfizieren.). Doch mit den verbliebenen Wannen leistete er, der jede Frage wagte, Beachtliches: „Trotz dieses Elends will der Mensch glücklich sein und nichts als glücklich sein, und er ist nicht fähig, zu wollen, daß er es nicht sei; wie aber könnte er es sein? Er müßte, um es wirklich zu sein, sich unsterblich machen; da er dies aber nicht vermag, verfiel er darauf, nicht daran zu denken." (Pensées)

2 Gedanken zu „Rechter Gebrauch der Krankheit

  1. Die Wucherung des Prostatagewebes, oben von Thomas Dobat ! ( Les Pensées )
    Les pensees de Jean Pierre Bemba, unten ( da lachen die Franzosen )

    Geht es Dir Gut oder Schlecht ?

  2. 2 Wochen nach der OP blute ich immer noch innerlich und verliere Gewicht, aber meine Frau hat mir einen Haufen Pillen aus Manado besorgt. Die werden mich schon fertichmachen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s