Lokon

Meditation-&-Ausbruch

Marie hatte mich per Email gewarnt: Bald würde ich nur noch aus dem Fenster zu sehen brauchen, und dann wäre er da, der finale Ausbruch, denn nun sei auch der Lokon tätig und die Bewohner in der Nähe evakuiert. Marie iss zwar imma bessa informiert als ich, geglaubt hab ich es jedoch nich. Zumal am Morgen die Vögel so schön blühten, die Seerosen sangen und nix Asche breit und weit. Bloß die protestantische Pedigerin hörte sich wieda an, als ob sie in eine vazinkte Gießkanne reierte. Und Internet-Berichte wie dieser, „Logon auf Sulawesi aktiv„, waren wahrscheinlich gerade massenhaft im Angebot. Die armen Bochumer! Login for Lokon.
Und dann kam meine Frau mit der Zeitung, die voll mit rauchigen Fotos und Evakuierungsplänen war, und da bin ich gleich los und hab sicherheitshalber ein Tuch zum Atmen und eine Taschenlampe für die japanischen Höhlen mitgenommen.

In dem unausprechlichen Ort Kakaskasen befindet sich ~7km südöstlich des Lokon ein buddhistisches Zentrum auf einem Hügel, von dem man guten Feldherrnblick hat. Dort gewahrte ich diese dürftigen Rauchwolken, die notorisch zwischen dem Lokon (1580m) und dem Empung (1320m) herausquellen. Nicht anders als in früheren Jahren, als wir z.B. 1983 im Boot von der Insel Gangga kamen, und sich Schwiegermutter ängstlich an unseren kleinen Sohn klammerte. Weder fiel Schulunterricht aus, noch wurde im gesamten zu überblickenden Bereich jemand evakuiert. Asche nirgendwo. Das mag auf der NW-Seite anders und bedrohlicher gewesen sein. Manche äußerten sich in der Zeitung, daß sie nich wechgehen würden, weil sie den Lokon schon lange kennen, und dieser Ausbruch nich ungewöhnlich sei – nich wie 91, als sie sich vor den rumfliegenden Steinen in Sicherheit bringen mußten. Da aber die Eruptions-Intervalle aktuell sehr kurz sind, wurden nachmittags wegen der Gefahr von Glutwolken, die schwerer als Luft mit über 100km/h vom Lokon-Empung herunterströmen können, 2 Dörfer am Fuße der Vulkane evakuiert. Und da nahmen ~1000 Personen ihre Matratzen und bestiegen fröhlich die bereitgestellten Busse und LKW.

Na-endlich!

Enttäuscht von derartiger Langeweile wandten wir uns ab. Doch gerade als wir im Wagen das Tempelgelände verließen, pustete es los. Das sah schon besser aus, war aba imma noch ziemlich mickrig und schlecht zu fotografieren, weil es mittags zu gleißend hell iss und diesich dazu.

Pagode-Kakaskasen

Da mußte ich doch extra wieda aus dem Wagen aus- und diese Pagode mühevoll bis oben besteigen, um eine bessere Ansicht zu haben, denn ich wollte den Dreck nich imma nur zwischen den Armen von Pantha, dem Älteren, aufnehmen. Was hat man doch für eine Mühe mit der Bloggerei! (Iss ulkich, wenn man die Pagode so rauf und runtascrollt. Wirdse dicka und dünna. Mach ma! Aba nich zu lange! Kannste von ippilyptisch wern.)

Lokon-12.7.11

Dagegen schwärmte Teddy, der Tourismus-Chef von Minahasa, den wir in Kasuang wegen der japanischen Höhlen befragten, vom Soputan-Ausbruch neulich nachts, als jener – der Soputan – so richtich schön Feuer gespuckt habe. Das hätte ich auch gern gesehn.

Lokon-nah

Auf dem Rückweg kaufte ich mir in Manado dann noch 1 Paar neue Füße und 3 Frösche. Echt! Und abends hatte ich Durchfall. So ein Reinfall.

Wer lesen wollen mehr, der gucken sollen hier (Ich nich wissen, was Sprache sein von diese Seite jene.):
„Die Vulkanasche ist derzeit nicht zu stören den Internationalen Flughafen in Manado.
… Für die Menschen im Großraum der Lokon Vulkan (Berg Lokon), dies ist die zweite Eruption, die lästige Asche Duschen bringt. Vor Lokon Es war eine andere Sulawesi Vulkan, Soputan, wer brach und warf noch mehr Asche in den Himmel. Die Abstand zwischen beiden Sulawesi Vulkanen liegt bei ca.. 40 km tief unter den Kontinenten und zwischen.
Der Ausbruch begann im Juni und hat oben und unten gegangen seitdem.
… CVGHM berichtet, dass während der 1-25 Juni weißen Federn stieg 50-200 m über Tompaluan Krater, in den Sattel zwischen den Lokon-Empung Gipfel. Auf 26 Juni ein phreatic Eruption ausgeworfene Material, um den Krater gefallen und produzierte eine graue Wolke, die erhöhte 400 m über den Kraterrand und trieb N. Seismizität erhöht den nächsten Tag und weißen Federn stieg 50-200 m über dem Krater. Die Alarmstufe wurde erhöht 3 (auf einer Skala von 1-4). Besucher und Bewohner wurden aus geht innerhalb eines 3-km-Radius um den Krater verboten.
… Abgelaufene Zeit seit dem letzten Beben beschädigt : 23 days 5 hours 35 minutes 20 seconds“

10 Gedanken zu „Lokon

  1. Wie das mit den Weltnachrichten läuft, ist mir erst richtig deutlich geworden, seit ich Indonesien von innen kenne. Aber seit es Internet gibt, brauch man wirklich nur noch Ignoranz, Selbstvertrauen und 1 PC, um zum weltweiten Berichterstatter zu werden.

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