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Baliboerse

Balinesische Börsenzeichen: Kaufen! Halten! Verkaufen!

Wer sich auf Aktienspekulation einläßt, hat wahrscheinlich langfristig mehr Erfolg als in Las Vegas. Dazu muß er nur intelligenter und besser informiert sein als die meisten anderen Marktteilnehmer und auf eine Zukunft spekulieren, der es an Meßbarkeit und Rationalität fehlt. Dabei sollte er optimistisch und skeptisch zugleich sein. Viel verlangt. Ein Blick auf den Verlauf des japanischen Aktienmarktes von 1980-2011 veranschaulicht das Problem:

Japan-Aktien

In den 80er Jahren waren japanische Aktien absolute Renner an den internationalen Börsen. Wer 1980 kaufte, hatte großen Erfolg – sofern er 1988 (1) nicht in Panik geriet und verkaufte. Wer wußte, daß erst 1990 (2) der Höhepunkt erreicht war, und es von da aus nur noch abwärts gehen würde? Verkaufte man rechtzeitig, oder hoffte man auf eine Erholung der Kurse? Schließlich ging es doch wieder bergauf (4). Wer die Krise bis hier ausgesessen hatte, sollte er jetzt verkaufen, oder würde es weiter nach oben gehen? Wer weiter hoffte, machte eine Berg- und Talfahrt mit und war am Ende wieder da (5), wo er angefangen hatte. Als Altersversorgung reichlich herzbelastend. Im Vergleich dazu der Verlauf indonesischer Aktien:

Indonesien-Aktien

Wer so schlau war, vor 1989 (1) indonesische Aktien zu kaufen, hatte eine weitgehend stetige Erfolgsstory vor sich – zu einem Zeitpunkt, an dem ich hier nicht mal ein Konto eröffnet hätte, denn man mußte schon bei Auszahlung von Geld am Bankschalter aufpassen, daß der Kassierer nicht einige Scheine verschwinden ließ. Im Mai 1998 (2) scheiterte das Suharto-Regime auch an der globalen Wirtschaftskrise. Keiner wußte, wie sich die folgende Anarchie entwickeln würde. Stattdessen kam mit der Demokratie die Wirtschaft erst richtig in Fahrt, konnte sich dem globalen Crash von 2008 (3) zwar nicht entziehen, erholte sich aber schnell. Inzwischen stehen Emerging Markets teilweise besser da als die total überschuldeten USA, in Finanznachrichten taucht Indonesien jedoch kaum auf. Das liegt u.a. am relativ kleinen Aktienmarkt des Landes, obwohl man den Boom sehen kann. Trotzdem kein Kaufsignal, denn wer kann prognostizieren, wann die Blase platzt und der Absturz beginnt? Doch wenn man die Werbung der Finanzinstitute beobachtet, so wird man meist gerade an den Punkten 2/3/4 (Japan) und vor 3 (Indonesien) zum Kauf animiert, die eigentlich Verkaufs-Zeitpunkte sind, anstatt fundiert vorausschauend, vor 1. Und wer kann Naturkatastrophen und deren Auswirkungen vorhersehen?

Kaufrausch

Viel ruhiger schläft man mit Anleihen. „Investoren schichten von Aktien in Renten um“, heißt es aktuell, aber „die Alternative eines renditeschwachen Rentenmarkts ist weiter nicht verlockend.“ Ich hab doch wohl hoffentlich keine „Hypo Real Estate„-Anleihe im von der Deutschen Bank zusammengestellten konservativen Anleihen-Depot? OH, SHIT! Die iss auch drin.

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