Verrücktes Verhalten

Inflation

„Ist man mit Verrückten verrückt, so hat man weniger Unannehmlichkeiten, als wenn man ganz allein vernünftig ist." (Denis Diderot)

Eine gute Strategie reich zu werden, ist sparsam zu sein, moderate Bedürfnisse zu haben und nicht – wie die meisten Regierungen – über seine Verhältnisse zu leben. Selbst im Kaufrausch gibt es in Manado kaum attraktive Angebote, dagegen fand ich in Bremen und Ubud in fast jedem 2. Schaufenster etwas, was ich besitzen mochte. Zuhause verlieren alle diese Dinge schnell an Reiz, der ständig erneuert werden muß. Kunst zu kaufen ist die ästhetischte Form, sein Geld zu verlieren. Dagegen sind Investitionen in Qualifikation und Bildung langfristig ein guter Inflationsschutz. „Dem Staat das Vertrauen entgegenbringen, er könne und werde die Kaufkraft des Geldes sichern, heißt, einem mehrfach vorbestraften Dieb in voller Kenntnis seiner Vergangenheit sein letztes Hab und Gut zur Bewachung zu übergeben." (Hugo Ritter). Wer schon mal fein gedruckte aber völlig wertlose deutsche Kriegsanleihen in der Hand hielt, weiß, wovon die Rede ist. Meine Großeltern erlebten 2 Geldentwertungen, meine Eltern 1, und ich gerade einen Kursverlust von 22% mit dem DWS-Fonds „Inter-Renta", der als besonders sicher geltende internationale Staatsanleihen enthält. Dagegen boomen meine Anlagen in den extrem unsicheren Emerging Markets.

Ein typisches Phänomen euphorischer Spekulationsphasen ist der Versuch der Finanzinstitute, den Anlegern etwas als neu und ertragreich zu verkaufen, was ausnahmslos Varianten historisch längst widerlegter Konzeptionen sind. An den Grundsätzen, billig kaufen – teuer verkaufen und höherer Gewinn nur mit größerem Risiko, an dem Beziehungs-Dreieck Sicherheit-Rentabilität-Liquidität ändert sich nichts. Theoretisch betrachtet ist es unmöglich, daß mit Börsenspekulation alle reich werden. Wie der Crash der großen amerikanischen Investmentfirmen von 2008 zeigt, können sich zwar 1% auf Kosten der Restbevölkerung bereichern, aber nicht 99% auf Kosten jener skrupellosen Minderheit, die ihr Geschäft beherrscht wie ein Krake. Auch besitzt der Privatanleger normalerweise keinen Informationsvorsprung sondern rennt der Entwicklung hinterher. Genau weiß man immer erst später, was man hätte tun sollen.

Zeichnung von Karl Hubbuch (1891-1979), „Inflation", um 1923

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