Mehr Geld

Zola-Geld

Geld ist geprägte Freiheit. Da es ein Gut ist, welches alle anderen Güter zu genießen erlaubt, ist es um so eigenartiger, daß viele – besonders Frauen – es nur ausgeben aber sich weder mit Finanzwissenschaft allgemein noch konkret mit Geldanlage beschäftigen wollen. Das mag verständlich sein, wenn man keins hat oder gut versorgt ist, seine Versorgung anderen komplett zu überlassen, kann jedoch so gefährlich sein, wie sich nicht um seine Nahrungsaufnahme zu kümmern. Selbst Menschen mit kritischem Bewußtsein klammern diesen Bereich oft aus oder begnügen sich mit den Parolen des vulgären Marxismus, daß der Kapitalismus, die freie Marktwirtschaft, in sich den Keim zu immer wiederkehrender Zerstörungen trage. Aber selbst bei Gleichheit der Chancen kommt es immer zur Ungleichheit der Vermögensverhältnisse, was schon aus unterschiedlichem Verhalten resultiert.

Zuerst einmal sind da die Angebote der Banken, Versicherungen und privaten Vermögensverwalter. Die sicherste Art, sein Vermögen loszuwerden, ist, es einem der Privaten zu übergeben. Die funktionieren solange, wie weitere Kunden aktiviert werden. Kommt das System ins Stocken, bricht alles zusammen, das Geld ist weg, der Verwalter oft auch – entweder reich oder im Gefängnis. Bernard Cornfeld und Robert Lee Vesco wirkten hier beispielhaft.

Das ganze System der modernen Geldwirtschaft erscheint auf den ersten Blick voller fremdartiger Begriffe, überaus kompliziert und auch langweilig. Fängt man an zu lesen – und Informationen sind heutzutage auf allen Anspruchsebenen reichlich zugänglich – hat man es, besonders in der Geschichte der Spekulation oder in den Hintergrundberichten, welche Rolle Geld in der Geschichte berühmter Persönlichkeiten gespielt hat, plötzlich mit einer Spannung zu tun, die durchaus einem Krimi – diesmal einem realen – entspricht. Oftmals werden in Geschichtsdarstellungen nationale Emotionen und Weltanschauungen überbetont und die wirtschaftlichen Sachzwänge, die meist grundlegendere Bedeutung haben, vernachlässigt. Z.B. beim Ablaßhandel, auf den Luther reagierte (Wem ist bekannt, daß der Gewinn aus dem Ablaßhandel der hoch verschuldeten Bischöfe nur zum Teil nach Rom, überwiegend aber direkt an deren Gläubiger, den Konzern der Fugger ging? Die apostolische Kammer, die man zwar als Wiege des europäischen Bankwesens ansehen kann, sprach für die Christenheit ein faktisches Zinsverbot aus und mußte sich deshalb auf andere Weise finanzieren.).

Literatur:
Peter N. Martin, „Die großen Spekulationen der Geschichte", 1982
Ulrich Küntzel, „Nervus Rerum – Die Geschäfte berühmter Männer", 1991

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