ABSCHALTEN!

Stromdieb

Wartawan Manado Post Dilarang Menerima Uang Atau Pemberian Dalam Bentuk Apapun Dari Sumber Berita."

Iss das nich schön! Achso – ihr vasteht das ja ganich! Also, das bedeutet: Den Journalisten der „Manado Post" isses vaboten, Geld oder Gaben in welcher Form auch imma von der Nachrichtenquelle anzunehmen. Das steht unten auf jeder Ausgabe der Zeitung – woraus man haarscharf schließen kann, daß es damit Probleme gibt. Für Medienmeister Karel, den wir unglücklicherweise wieder beim Fischbrötchen-Essen trafen, iss das keins. Er hatte meiner Frau sogar vorher ein SMS-proposal geschickt, in dem er um Geld für irgendein Meeting bettelte. Was ham wir mit seinen Meetings zu tun? Ich nahm die Gelegenheit wahr, um ihm von den 3 Atomkraftwerken auf Java zu erzählen. Kann ja nich schaden, wenn wenigstens die Radio-Journalisten von deren Existenz wissen. Er fiel aus allen Wolken. Liest anscheinend nur den Sportteil. Immerhin kann man aus den Zeitungen auch den Grund der täglichen Stromabschaltungen erfahren, die den Mob auf einer der nördlichen Inseln schon so in Wut gebracht haben, daß sie das örtliche Büro der staatlichen Strom-nicht-Versorgungsgesellschaft PLN zerlegt haben. Verständlich, denn wir brauchen Strom für unsere Wasserpumpen, führt jedoch nicht zu besserer Versorgung, denn Strom wird auch geklaut („Pencurian Listrik"). Da gibt es ganze Netzwerke, in denen der Hauptabnehmer nur die niedrigste Grundgebühr bezahlt, aber den Strom an die Moslemhütten ringsum weiterverkauft, die keine Zähler besitzen. Und dann gips auch Fachleute für Zählermanipulation. Warum die PLN das nich entdeckt? Weil deren Mitarbeiter korrupt sind, die Kunden ihrerseits betrügen und ihren Arbeitgeber bestehlen. Die mafiosen Strukturen wurden uns besonders veranschaulicht, als wir unsere Stromleitung selberbauen mußten. Da wurde uns sogar mit unangenehmen Folgen gedroht, falls wir die Betrügereien öffentlich machen würden – was mich aba übahaupt nich beeindruckte, und dann rollten Köpfe. Nur iss das keine ausreichende Erklärung, warum nich genuch Strom da iss. Z.B. sollte man zumindest die höheren Beamten mal in deutsche Amtsstuben schicken, ob sie da Beamte während der Arbeitszeit beim Betrachten von argentinischen Seifenopern finden (aba vielleicht beim Surfen?). In ALLEN indonesischen Behörden entdeckt man ganztägig laufende TV-Geräte, die dem Überangebot an Beamten bei der Bewältigung ihrer Langeweile helfen – und nich nur in Behörden. ABSCHALTEN! Die überzähligen Beamten auch! Und dann die in allen Autobahnfarben rhythmisch blinkenden Leuchtschlangen der Oster-Kreuze, leuchtenden Plastikpalmen, riesigen animierten Werbetafeln, Super-Terror-Sound-Anlagen. ABSCHALTEN! Und Karel mit seiner Bettelei. ABSCHALTEN!

Nachdem wir Karel übastanden hatten, entdeckte ich zufällich in einer Mall, die am Eingang mit klassizistisch griechisch-indonesischen Betonfiguren dekoriert iss, was meine Frau schon lange verzweifelt gesucht hatte: 1 rotenCranBerry Torch"! „BlackBerry" kann man ja 1 roten nich nennen. Schwarze „BlackBerries" sind eine Tautologie und weiße völlich absurd. Es gibt hier auch chinesische „Blueberries", die noch nich ma blau sind, und für Freunde des Okkulten „Mito". „Venera" klingt ungesund. Son Handphone würd ich nich kaufen wollen. Am liebsten iss mir imma noch Halle Berry.

Die relativ große, schlanke Verkäuferin, die meiner Frau den „CranBerry" verkaufte, hatte passend zu ihrer roten „Nokia"-Bluse einen roten Slip an. Ich hab das genau gesehn, weil die Tischplatte, an der wir saßen, aus Glas war. Sie hat zwar ständich nervös an ihrem zu kurzen Jeansrock rumgezupft, aba es hat nix genutzt. Ich hab nen scharfen Blick. Warum ziehn all diese manisch zupfenden Frauen nich längere Röcke an? Aba auf so eine dumme Idee kann ich wohl nur kommen. Wir hatten die Bedienung schon vorher nervös gemacht, weil meine Frau sich nich für ein Modell entscheiden konnte. Ich schlug vor, 1 Münze hochzuwerfen. Vogel = „CranBerry". Aba dann waren auf beiden Seiten Vögel drauf, und außerdem trudeln diese leichten Alumünzen nich richtich, und ich mußte sie dauernd wieda vom Boden aufklauben, wobei die junge Bedienung etwas verzweifelt lächelte, was sie besser nich tun sollte, weil dann ihr breiter Kopf noch breiter wirkt, und man ihr Kaugummi sieht, wie es sich zwischen den Backenzähnen rausquetscht. Ich hab die Münze dann so lange in der Gegend rumgeworfen, bis sie „CranBerry" zeigte. Und so besitzt meine Frau nun einen „CranBerry" – ohne Potassium!

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