Die Falle

Nazikundgebung

„Das Problem ist nicht, warum es eine Wahrheit über die Dinge gibt, sondern, warum sich diese Wahrheit nicht durchsetzen kann … Es muß irgendeine entscheidende Wahrheit unterschiedlicher Art geben, die die Durchsetzung der eigentlichen Wahrheit verhindert. Wir nennen sie die Gegenwahrheit."

„Es hat wenig Sinn, Denksysteme über das Wesen der Falle zu entwerfen, wenn das einzige, was man zu tun hätte … darin besteht, daß man ihren … Ausgang findet. Alles andere hat überhaupt keinen Sinn: Hymnen darüber zu singen, wie sehr man in der Falle leidet … Gedichte über die Schönheit der Freiheit außerhalb der Falle zu schreiben … die Wände der Falle in allen Einzelheiten zu studieren … ein Leben außerhalb der Falle nach dem Tode zu versprechen … Der Ausgang ist für alle … deutlich sichtbar, und dennoch scheint niemand ihn zu sehen. Jedermann weiß, wo der Ausgang ist, und dennoch scheint niemand auf ihn zuzugehen. Mehr noch: wer immer auch auf den Ausgang zugeht oder auf ihn zeigt, wird für verrückt erklärt … Sobald einer … versucht, ins Freie zu gelangen, schlagen sie ihn tot. Nur ganz wenige schlüpfen in dunkler Nacht, wenn alles schläft, aus der Falle heraus … Es zeigt sich, daß das Problem nicht die Falle ist … Das Problem liegt bei denen, die in der Falle sitzen … Die Falle ist die emotionale Struktur des Menschen, seine Charakterstruktur."

Wilhelm Reich (*1897, † 1957 im Zuchthaus Lewisburg/Pennsylvania)

Christen-Festival

Foto aus „Manado Post"

2 Gedanken zu „Die Falle

  1. Wilhelm Reich (1946 v.Lewisburg/Pennsylvania)

    Die ‚Rede an den kleinen Mann‘ ist ein menschliches und kein wissenschaftliches Dokument. Es wurde im Sommer 1946 für das Archiv des Orgon-Instituts abgefaßt, ohne Absicht, es je zu publizieren. Es war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke sich selbst antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet; wie er, wo immer er als ‚Volksvertreter‘ Macht in seine Hände bekommt, sie mißbraucht und grausamer gestaltet als die Macht, die er seitens einzelner Sadisten der oberen Klassen zu erleiden hatte.

  2. Genau! Reich entdeckte den „kleinen Mann“ in sich selbst und in jedem von uns: Ein entsetzliches Wesen, das das Tote liebt und das Lebendige haßt, das von Größe träumt, aber von Selbständigkeit nichts wissen will, das lieber einem Führer folgt, als der eigenen Vernunft – „eine internationale Erscheinung, die sämtliche Körperschaften der menschlichen Gesellschaft aller Nationen durchsetzt.“
    Die Metapher der „Falle“ stammt aus seinem „Christusmord“ (1953).

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