Voll schleierhaft

Nasenbolzen

Zu den Lieblingsbücher, die mir mein Vater schenkte, gehörte eine sorgfältig gebundene und illustrierte Ausgabe der „Märchen von Wilhelm Hauff“ (Knaur, Berlin 1939), in der ich dieses merkwürdige Aquarell (von Ruth Koser-Michaels) fand. Ich konnte mir das ungewöhnliche Ding über der Nase der Frau damals nicht erklären. Auch gab es im Text dafür keinen Hinweis. So schien es mir, als ob gerade ein Bolzen oder eine Schraube von der Decke fiel. Schraube locker? Um eine Freisprechanlage konnte es sich jedenfalls nicht handeln.
„…Eines Tages war im Gewölbe vieles gekauft worden, und alle Packknechte, deren Beruf es war, die Waren nach Hause zu tragen, waren schon versandt, als eine Frau eintrat und noch einiges kaufte. Sie hatte bald gewählt und verlangte dann einen Träger … .“ („Das Wirtshaus im Spessart / Saids Schicksal“)

schleierhaft

Auch diese Frau wartete auf einen Träger für ihre 8 Plastiktüten vor einer Mall am Boulevard Manados. Anders als die meisten christlichen Frauen, die zum Halskreuz möglichst enge Höschen tragen, die keine Frage mehr offenlassen, wirkte sie wie ein mittelalterliches Gespenst. In der Regel gehört ein bärtiger Mann mit Käppchen dazu. Genau so.

„…Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und daß sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was außen ist, und daß sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Ehegatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Ehegatten, oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die ihre Rechte besitzen (Sklavinnen), oder ihren Dienern, die keine Triebe haben, oder Kindern, welche die Blöße der Frauen nicht beachten.“ Koran, 24. Sure („Das Licht“), 31
„…O Prophet, sprich zu deinen Gattinen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, daß sie sich in ihren Überwurf verhüllen. So werden sie eher erkannt (als anständige Frauen) und werden nicht verletzt.“ Koran, 33. Sure („Die Verbündeten“), 59

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