Tempelwunder

Ban-Hing-Kiong-frueh

Bevor der „Ban Hing Kiong"-Tempel (Palast aller Segnungen) in der Jalan Panjaitan, Manado, der aus der Ching-Dynastie (1644-1900) stammt, im Jahre 1819 mit dauerhaftem Material umgebaut wurde, bestanden die Konstruktion aus Holz, die Wände aus Pitate (geflochtenem Bambus) und das Dach aus leicht entzündlichen Sago-Palmblättern. Wann er ursprünglich errichtet wurde, ist nicht überliefert.
Eines Tages gab es ein großes Feuer in der Umgebung. Wie Zeugen berichteten, sei das Feuer – bevor es das Gebäude erreichte – gerade in den Himmel geschossen und dabei verlöscht. Und so verbrannten nur die umliegenden Häuser.

Im Jahre 1930 brach eine Cholera-Epidemie in Manado City aus und forderte eine Menge Menschenleben. Deshalb fand im „Ban Hing Kiong"-Tempel eine spezielle Zeremonie für die Götter statt, bei der ein Kio (tragbarer Schrein in Tempelform) – wie auch heutzutage noch zum chinesischen Neujahr im Februar (Goan Siau) – durch die Stadt getragen wurde. Überraschenderweise verschwand die Epidemie unmittelbar nach dem Ritual.

1936 wurde Manado von einer verheerenden Flut (!) heimgesucht. Während die umgebenden Läden und Wohnhäuser mit Wasser überflutet wurden, drang kein einziger Tropfen durch die Eingangstüren des Tempels. Zeugen bestätigten, daß, obwohl der Wasserspiegel außerhalb höher gewesen wäre als die tiefste Stelle im Tempel, das Wasser doch nicht hineinströmen konnte.

Während der PERMESTA-Rebellion auf Sulawesi (1957-61) gegen die Zentralregierung auf Java beschoß die indonesische Armee im Jahre 1958 die Stadt. Dabei flog eine Granate durch das Haupttor und landete unter dem Altar des heiligen Kong Tek Cun Ong. Da er ein Gott ist, der gegen verschiedene Plagen wie Feuer, Flut, Raub und Zentralregierungen hilft, blieb sie eigenartigerweise liegen ohne zu explodieren.

Als die Alliierten 1944 Manado bei Luftangriffen bombardierten, wurden wiederum die Gebäude in der Umgebung des Tempels zerstört, doch jener bekam nicht mal nen Kratzer ab.

Ban-Hing-Kiong-einfach

Die als Reaktion auf den kommunistischen Putschversuch von 1965 stattfindenden Massaker an Chinesen und der immer latent vorhandene Haß auf die überwiegend reichen chinesischen Händler führten 1970 auch zu Unruhen in Manado. Dabei wurde der „Ban Hing Kiong"-Tempel am 14. März niedergebrannt. Das Feuer zerstörte fast alles – bis auf eine hölzerne Figur des Siu, des Gottes des langen Lebens, der neben Hok (Glück) und Lok (Wohlstand) eine der 3 populären Schutzgottheiten ist. Die Rekonstruktion des Tempels wurde noch im gleichen Jahr begonnen und im folgenden abgeschlossen.
Durch Spenden konnte im Jahre 1975 ein 2. und 3. Stockwerk aufgebaut werden.

Ban-Hing-Kiong-1983

Tatsächlich gab es im Laufe der Zeit immer wieder eine ganze Menge von Wundern, die der Erinnerung verlorengegangen sind.
Erst neulich Dienstag wäre ein Weißer fast zwischen einem LKW und dem Tempelzaun eingeklemmt worden, konnte aber auf metaphysische Weise unverletzt passieren.

Und so sieht der „Ban Hing Kiong"-Tridharma-Tempel heute aus, der Taoismus (Reinigungs-Rituale), Konfuzianismus (Ahnenverehrung) und Buddhismus (Bestattungs-Rituale) unter einem Dach vereint.

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