Nachrichten vom Unterleib

Li-Hongzhi

Es lohnt nicht, sich genauer mit dem Unsinn der Falun Dafa-Lehre auseinanderzusetzen, die auf Qi Gong (wirkender Energie) beruht. Meditations-Techniken und körperliche Übungen zum Erzielen von Gesundheit und geistiger Ruhe einzusetzen, hat in der chinesischen Kultur eine lange Tradition. „Experiments under controlled conditions established by the Chinese Academy of Sciences in the late 1970s and early 1980s concluded that qi, when emitted by a qigong expert, actually constitutes measurable infrared electromagnetic waves and causes chemical changes in static water through mental concentration. Qi, according to much of China’s scientific establishment, for all intents existed.” (David Aikman).

Li Hongzhi (*1951; laut Jüngern 1952; angeblich korrigierte Li das Datum, um seine Beziehung zu Buddha zu betonen), Begründer des „Falung Gong”-Kults (1992), behauptet, daß ihm mehrere Meister des Taoismus und Buddhismus die „Lehre der Übungen" beibrachten. In seiner Biographie in traditioneller Art, behauptet Li, daß er über metaphysische Fähigkeiten verfüge wie Unsichtbarkeit, Fliegen und Wetter-Beeinflussung. Er schrieb, daß sich in der Stirn des Erleuchteten „ein kleiner, leuchtender Schirm in der Art eines TV-Geräts befinde", der zur totalen Erinnerung befähige. Ferner ist es Tieren möglich, von Menschen so Besitz zu ergreifen, daß sie deren größere geistige Qualitäten ausbeuten können. Gemischt-rassige Heiraten seien problematisch, da die nach-Tod-Paradiese nach Rassen getrennt wären. Das Zentrum der spirituellen Energie befinde sich im Unterleib, und nur Li kenne die richtige Unterweisung, jenes zu aktivieren. Seit ihrer Ankunft im Jahre 1900 versuchen Außerirdische die Menschheit zu zerstören und haben schon Wissenschaftler und Politiker manipuliert.
Dagegen zeigte die chinesische Regierung in ihrer Anti-Propaganda auf, daß Li früher Armee-Trompeter und Angestellter in einer Getreide-Firma gewesen war und Falun Gong einfach von existierenden qigong-Systemen abkupferte. Da sich der Kult 1990 plötzlich zur Massenbewegung ausweitete, wurde die Regierung so sehr beunruhigt, daß sie begann, Falun Gong mit Folter und Mord zu unterdrücken.

Die übertrieben wirkende Reaktion der Behörden sollte man in Relation zum revolutionären Gehabe religiöser Bewegungen in der chinesischen Geschichte sehen, wie z.B. der „Taiping”-Rebellion und der „Boxer"-Bewegung. Unter ihrem gottgleichen Führer Hong Xiu-quan verschmolzen die „Taiping” archaisch chinesische Volksreligionen in bizarrer Weise mit christlichen Elementen. Sie wurzelten auf dem selben Boden wie die traditionellen Geheim-Gesellschaften, wobei sie durchaus progressive Elemente benutzten (Zöpfe wurden abgeschnitten und Frauen-Battalione etabliert). Nie aber waren sie in der Lage, eine neue staatliche Organisation zu verwirklichen, was letztlich ihr Scheitern verursachte. Die „Fäuste der Gerechtigkeit” traten vor allem gegen die wirtschaftliche und politische Vergewaltigung Chinas durch die West-Mächte an. Ebenso wie Falun Gong-Anhänger glaubten sie an eine kommende Endzeit und übten sich in rituellen Bewegungen, um sich dadurch geistig zu erneuern. Sie etablierten eine „Widerstands-Identität", die im Widerspruch zu Kapitalismus, Staatsidee und Wissenschaft stand – also zum gesamten Wertesystem der Modernisierung.

Obwohl informelle Netzwerke, genannt „Falun Dafa Associations", überall in der Welt existieren, von denen die kanadischen und amerikanischen die bedeutendsten sind, ist „Falun Gong [1996 in Singapore als „Falun Buddha Society” registriert] keine Religion und niemals in Politik verwickelt”. Übungs-Zentren sind an einer Reihe von Universitäten etabliert.

Gans-Mantra

Comic von Robert Crumb

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