Meditieren mit Gewehr

swastika

Janwillem van de Wetering (1931-2008) studierte 2 Jahre (1958/59) im Zen Kloster Daitoku-ji, Kyoto, wo er Gary Snyder traf. 1972 beschrieb er seine interessanten Erfahrungen in „De lege Spiegel" („Der leere Spiegel", 1977):

„Das ist schwer”, sagte ich dann gewöhnlich.
„Selbstverständlich ist das schwer”, sagte der Meister. „Glaubst du, mir wäre es leichtgefallen? Ich bin jeden Tag zu meinem Meister gegangen, wie du jetzt, und ich war nicht schnell von Begriff. 2 Jahre lang habe ich mich mit dem Koan geplagt, ohne weiterzukommen, und dann muβte ich nach China, weil die Armee mich brauchte.”
„So?” fragte ich verblüfft. „Aber Sie sind doch Buddhist. Buddhisten dürfen doch nicht töten, oder?”
„Dürfen, dürfen”, sagte der Meister, „ich muβte. Hätte ich mich geweigert, wäre ich erschossen worden. Aber bei der Armee, in der Mandschurei, habe ich viel meditiert. Ich stand immer Wache, es gefiel den anderen Soldaten, daβ ich ihren Dienst übernahm. Schau her, so.”
Er erhob sich und baute sich auf seiner Plattform auf, ein kleiner, alter Mann in einer buddhistischen Mönchs-Kutte; er reckte seinen Körper, bis er stramm in militärischer Haltung dastand. „Das war mein Gewehr, so habe ich meinen Arm gehalten. Und dann habe ich mich auf das Koan konzentriert, das mein Meister mir aufgegeben hatte. Stundenlang. Man kann im Stehen meditieren, das ist nicht ganz so gut wie im Sitzen in der Lotus-Stellung, aber es geht. Man muβ natürlich aufpassen, daβ man nicht umfällt, aber ich habe mich ja immer auf mein Gewehr stützen können.”

The passage once again shows just how ’spineless‘ Zen had become even while Suzuki maintained that Zen practitioners could develop an ‚iron will‘. What a joke, beginning with Suzuki himself! And how long have Westerners been fooled by this?!" (Brian Victoria)

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