Tom bei den Wilden

Widerstand

„Where have you gone, my lovely?“ Made Wijaya

Kita sekarang di tahun 2011 S.M.. Zaman ini seluruh Sulawesi Utara moderen … Seluruhnya? Tidak! Ada satu keluarga yang selalu dan terus-menerus melawan.
Wir befinden uns im Jahre 2011 v.Chr.. Ganz Nordsulawesi ist modern … Ganz? Nein! Es gibt 1 Haushalt, der immer und ewig Widerstand leistet.
Und das kam so: Der Minahasa glaubt, was Besseres zu sein, weil er Christ iss, merkt aba, daß der Rest der Welt davon keine Notiz nimmt. Um sein Minderwertigkeits-Gefühl zu kompensieren, müht er sich ab, der Größte zu sein. Größter Weihnachtsbaum, größtes Silvester-Feuerwerk, bester Unter-Wasser-Flaggenhisser, größter fliegender Beton-Jesus, maximale Kriminalität, usw.. Nu iss das aba so, daß er nich nur Religion imitiert, auch wenn er etwas schön-machen will, mißlingt das gründlich, weil er keinen Geschmack und keine nennenswerte ästhetische Tradition hat. Das bißchen, was da mal war, hat er gründlich aufgegeben, weil er schon lange westliche Moderne nachahmt. Jenes gelingt jedoch auch nich, weil er deren Geschichte und ethische Einbindung nich kennt. Er glaubt, Touristen würden um die halbe Welt reisen um seinen Monster-Jesus, Monster-Kronleuchter in Airmadidi oda seine verkleinerte „Big Ben“-Kopie zu betrachten. Und weil sie nich kommen, verfallen diese Kitsch-Parks, diese anachronistischen Rudimente des von Sukarno eingeführten Sozialistischen Realismus schnell wieder und sehn nach kurzer Zeit noch elender aus.

Armleuchter

Daß es ausreichend wäre, wenn er seine Landschaft und Natur schützen und auf sanfte Weise zugänglich machen würde, daß ein Vulkan ohne jüdischen Leuchter schöner ist, schnallt er einfach nich, denn Natur sieht er nur als alltäglich und unbequem an. Deshalb fällt er die Bäume und stellt – trotz unzureichender Stromversorgung – lieber von innen beleuchtete, bunte Plastik-Palmen und Kreuze auf.

letzte-Hilfe

Doch reagieren Touristen darauf nich mit: „Oh, was sind die Minahasa religiös!“ weil sie ja nur die Zeitung aufzuschlagen brauchen, um festzustellen wie korrupt jene sind. Stattdessen fragt sich jeder Weißer, der sich hier etwas länger aufhält, kopfschüttelnd: „Was iss hier eigentlich los?“ Auch Javaner reagieren so. Und jeder Weißer, der hier lebt und investiert, bekommt irgendwann Probleme mit den Wilden, die ihn melken wollen wie eine Kuh, ohne dafür angemessene Leistungen zu erbringen. Will er sie disziplinieren, versuchen sie ihn rauszuschmeißen oder gleich umzubringen.
Wie sieht das nun bei der Elite aus, die meist in grotesken Auswüchsen des Kolonialstils residiert. Diese hält den griechisch-römischen Architektur-Schwulst der einstigen Unterdrücker und Ausbeuter für zeitlos und füllt ihn unter sulawesischen Kompositkapitellen mit fürstlich-barockem Möbel-Kitsch („Cappuccino Rococo“), obwohl jener zwar dem unsicheren Ego schmeichelt aba deutlich nicht moderen wirkt. Dieses typische Beispiel befindet sich nicht etwa in urban-verwirrtem Zusammenhang sondern mitten in unserem Dorf.

spaetroemisch Da sich derartiges Design nicht für Großbauten eignet, schwappen andererseits die desorientierten Ideen ins international Futuristische (wie in diesem Entwurf für Jakarta). In jedem Fall weiß man am Ende nicht mehr, wo auf der Welt man sich gerade befindet, und der programmierte Bewohner vertrudelt auf mitgelieferten Animations-Geräten wurzel- und sinnlos sein Ghetto-Leben. Wobei solche Babylon-Großprojekte oft noch den aufregenden Kitzel des Investitions-Schwindels mitliefern – „in a race car to architectural hell“.

Bisnis-Apartemen

Gute Architektur ist halluzinogen, d.h. du kannst dich durch die Stadt spülen lassen, sie saugt dich auf. Townfloating. Du verlierst dich in ihr und gewinnst dabei neue und typische Eindrücke, ohne daß sie dich erdrückt. Gute Architektur ist gewachsen. Wenn du Großprojekte aus dem Boden stampfen willst, brauchst du Geschmack und einen Raumordnungsplan, der von der Situation abgeleitet ist und Stilvorgaben verbindlich macht.

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