Chiromantie

Palme-&-Regenbogen

Der Aberglaube sei die Poesie des Lebens, soll Goethe ma gesacht ham, und obwohl er noch gakeine Internet-Poeten kannte: „Dem Poeten schadet der Aberglaube nicht, weil er seinem Halbwahn, dem er nur eine mentale Gültigkeit verleiht, mehrseitig zugute kommen kann." Für Ira, was dem Cousin meiner Frau die seine iss, wirkt sich Aberglaube nich nur mental sondern auch fatal aus. Daß sie glaubt, am Ende eines Regenbogens sei es sehr heiß, geht ja noch. Jedenfalls iss noch kein Rind verbrannt. Doch wenn ihr die Zehen verfaulen, weil sie nich an Zucker sondern an Maggi glaubt, kann man jene nich mehr lesen, was sowieso nix bringt, weil sie – da der Erde zugewandt – am weitesten von den Planeten entfernt sind. Deshalb wird sich der divinatorische Poet ganz auf die Hand konzentrieren, die nach dem Kopf als aktive Kraft den 2. Platz in der mikrokosmischen Hierarchie einnimmt.

Handlesen

Ich glaub ja weder mental noch orthopädisch an Chiromantie, aba latürnich war ich neugierich, was mein krummer Daumen bedeutet, und wie das mit die Kunst bei mir iss. Also das iss so: Bei 13 sitzt der Wille, und 14 drückt das logische Denken aus. Mit letzterem scheint ja alles in Ordnung zu sein, aba iss mein Wille krumm? Oda bin ich irgendwie unwillich? Sicher iss nur, daß sich die Daumenkrümmung als unpraktisch beim Reindrücken von Reißzwecken erweist. Wenn ich in Physik aufgepaßt hätte, könnte ich es jetz erklären. Dazu brauch man keinen Handleser. Mit diesem Schema kann man das jedoch sofort vastehn:

Kraftwirkung

Der französische Astrologe und Chiromantiker Jean Baptiste Belot konnte um 1619 aus dem Daumen sogar verlorene Jungfernschaft oder aus der Handhöhlung Verwundungen in einem Duell erkennen. Daß sich Okkultismus in seinen Deutungen offensichtlich der Zeit anpaßt, wissen wir schon längst, trotzdem gips imma noch unheimlich viele Leute, die früa ma Cleopatra warn (was Woody Allen sehr nett in You will meet a tall dark stranger" veranschaulicht).
Die Kunst befindet sich übrigens unter 17, wo bei mir nur ne Schwiele sitzt, die nich von Kunst sondern vom Matschschaufeln kommt. Also wie nun?
Und laut Dominikaner Tricasso de Cerasari (†1550) handelt es sich um einen eitlen oder irren Menschen, wenn sich die Leberlinie weit von der Lebenslinie entfernt befindet. Wenn ich bloß wüßte, wo ich meine Leberlinie hingetan hab. Und wenn die Liebes- womöglisch die Laberlinie kreuzt, dann iss der Ofen aus. Sowieso. Welcher Ofen?

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