Mehr Reis mit Gott

Candi-Dasa-97

1997 hatte ich sowas schon mit Öl auf Leinwand gemalt (50x50cm; hier in der einzigen verblitzten Wiedergabe, die mir geblieben iss). Da wohnte ich noch nich zwischen meinen Reisfeldern sondern träumte nur davon. Nun, auf Bali, wollte ich 1 kaufen: Göttersitz für Dewi Sri, die Reisgöttin. Die Investition würde sich amortisieren, wenn ich ihr nur ab und zu 1 Nelken-Zigarette, ne gebrauchte Rasierklinge und vielleicht ne kaputte illegale DVD opferte. Das müßte sich eigentlich positiv auf die Ernte auswirken. Zuerst hatte ich jedoch festzustellen, wie die Dame übahaupt aussieht. Sicher war nur: immer anders. In einer Steinmetzgerei in Batubulan sollte es 1 Tante sein, die Wasser aus ihrem Pott kippt. Das glaubte ich nich, außerdem hatte man ihr 1 Plastikrohr in den Behälter gestopft, damit se sich nich bekleckert. Das sah doof aus.
Ein Fahrer des Nandini Resorts zeigte mir das Farbfoto einer hyper-barocken Stein-Skulptur im Stil „Garuda Airlines‘ answer to Versailles", wie Michael White aus Sydney sowas charakterisiert. Architektur-Student Michael sprang 1973 über Bord und schwamm an Balis Südküste, wo er Hindu wurde und sich seitdem Made Wijaya nennt. Gute Idee. Bin ich damals noch ganich drauf gekommen.

naturewalk-dewi-sri

Bei einer Wanderung zwischen Reisfeldern sah ich 1 jener relativ schlichten Götter-Sitze für Dewi Sri aus Beton-Fertigteilen (beschädigt), die seit 1970 angeboten werden. Inzwischen bestehen schon die Hälfte der Schreine Balis, anstatt aus behauenem Stein, aus solchen Elementen, die aber trotzdem noch sehr variantenreich erscheinen, und die Opferschächtelchen kann man telefonisch bestellen.

patung-sangah

Südlich von Denpasar fand ich endlich 1 Werkstatt, deren Inhaber Kadek Parwata auch in der Lage zu sein behauptete, diesen zauberhaften patung sanggah nach Nordsulawesi zu verschiffen. Unten zerlegbare, hohle Elemente aus einer Art Terrazzo mit eingelegten schwarzen Steinen, oben ein rot und schwarz gestrichenes Holz-Schränkchen mit vergoldeten Schnitzereien, in den man jeden Gott reintun kann, den man gerade benötigt. Oben drauf kunstvoll verzierte und bemalte Dachziegel. Die Knubbel an den Basisecken sind Rohformen, in die später ein Steinmetz vor Ort Boma, Sai, Garuda und sonstige Viecher reinmetzt – wenn man auf Bali wohnt. Und da begannen die Probleme. Der Chef meinte, nur er könne das Ding richtig aufbauen (die hiesigen Banausen bestimmt nich), eine Direktverbindung nach Manado existiert nicht (alles muß erst nach Surabaya und von da nach Bitung/Nordsulawesi transportiert werden), und nur die Kosten für das Dingsbums, gedong genannt, waren klar: 8.500.000,-Rupiah (~700EUR). Eine Speditionsfirma, die ich kontaktierte, wollte nach Gewicht abrechnen.
Und so wurde es mal wieda nix. Am liebsten hätte ich den ganzen Laden aufgekauft. RATTATA-ZONG – wech iss der gedong. BONG!

Schreinproduktion

3 Gedanken zu „Mehr Reis mit Gott

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