Dewi Durga – Herrin des Todes

Leyak

Anak Agung Gede Sobrat, "Leyak", 1951, natural pigments and gold paint on paper

In einem Anfall von Unduldsamkeit enthäutet Uma, die Frau von Shiva (Wieviel Frauen hatte der eigentlich?), ihr Kind. Tief getroffen von dieser Tat gibt Shiva seinem Sohn dessen ursprüngliche Form zurück und verbannt seine Frau. Während ihres Sturzes auf die Erde verwandelt sich Uma in die Hexe Durga.
Sie landet auf einem Friedhof, wo sie auf Kalika trifft, eine ebenfalls vom Himmel Verstoßene. In einer Erscheinung gibt Brahma den beiden die Geheimnisse der Pangiwa-Lehre, der Schwarzen Magie, preis, mit deren Hilfe die Hexen tödliche Krankheiten unter den Menschen verbreiten. Die Leichen verspeisen sie.
Daraufhin unterrichteten die Götter die Menschen in der Bekämpfung ihrer Leiden. Und es fallen nur noch jene den gefräßigen Hexen zum Opfer, welche sich versündigt haben.
Vereint mit Shiva, wird Durga Mutter des elefantenköpfigen Ganesha, in der Folge erfährt sie Gnade und wird in Uma rückverwandelt.

Ausdrucksvolle Steinskulpturen, die Durga mit riesigen Brüsten, langer flammender Zunge und Totenschädeln zeigen, sieht man vor den Eingängen vieler Pura Dalem, den balinesischen Todestempeln. Manche Darstellungen präsentieren sie sogar, ein nacktes Kind haltend, bereit, es zu verschlingen.
Starke Ähnlichkeit besteht zwischen den Zügen von Durga und den Tanzmasken der Hexe Rangda, bzw. Calon Arang, der Königin der Hexen, die Angreifer dazu bringen kann, ihren kris gegen sich selbst zu wenden.

Zwar finden sich in der hinduistischen Literatur Beschreibungen der Hölle und ihrer Qualen, die wahre Hölle ist aber die Aussicht, auf die Erde zurückkehren zu müssen. Da die meisten seiner Handlungen von Bosheit durchdrungen sind, läuft der Mensch Gefahr, als Folge seiner Taten (Karma) in einer niedrigen Seinsform, zum Beispiel als Hund wiedergeboren zu werden und so in einem ewigen Kreislauf (Samsâra) zu verharren. Das wär mir auch unangenehm.

(Quelle: Kt. Suradnya, Desa Jagaraga, Kec. Sawan, Singaraja, Bali)

Durga-Wand

Diese Hexen-Figur befindet sich in einer Nische einer Schirmwand im einem der Palasthöfe in Ubud. Als aling-aling bezeichnet, haben sie die Funktion, den geraden Durchgang böser Geister durch das Tor zu verhindern. Deshalb, ihr Architekten, niemals ungebrochene Wege zum Eingang entwerfen, denn Dämonen dringen nur geradlinig ein. Das läßt sich auch lieblicher gestalten, wie dieses Beispiel vom gleichen Palast-Gelände zeigt.

aling2-Ubud

Mit einem Sai (wahrscheinlich tibetischen Ursprungs) draußen über dem 2-flügeligen Tor und Buddha als aling-aling kann wirklich nix mehr passieren (Hotel, Ubud, Jalan Bisma).

aling2-Hotel-Ubud

3 Gedanken zu „Dewi Durga – Herrin des Todes

  1. Pingback: Frisch verlötet « Flaschenpost

  2. Die griechische Mythologie ist auch voller solcher Geschichten, ebenso die nordischen… liegt wohl in der menschlichen Natur…
    Ob Uma Thurman (bzw. ihre Eltern) die Geschichte kannten?🙂

  3. Ich wär eigentlich schon als Kind immer gut OHNE solche Geschichten ausgekommen. Ich weiß nich, ob der Mensch sich die Ungeheuerlichkeiten des Kosmos damit erklären will, oder ob sie einfach wichtig sind, damit das Religions-Business funktioniert. Denn wenn der Mensch keine überflüssige Angst hat, ist er frei und unabhängig.

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