Bali Rabies Outbreak Kills 105

Vorsichtig

Die Buchstaben möglichst 1cm hoch, fett und am besten in Rot! A handful of foreign tourists have reported dog bites, but none has been fatal.“ Wayan, mein Taxi-Fahrer, meinte, daß balinesische Hunde keine Touristen beißen, weil sie deren Geruch nicht mögen. Da muß man dann in den Travel-Warnings der amerikanischen und australischen Regierung schon genauer lesen, um herauszufinden, daß es sich bei den Toten um Einheimische handelt. Jene sterben, weil es eventuell keine geignete Behandlung gibt, jedoch überwiegend an ihrer Unwissenheit – wie kürzlich eine Verwandte im Nachbardorf. Die Bißverletzung ist vielleicht minimal – obwohl man auch die mit Tetanus-Impfung behandeln sollte, und wenn es nach 2 Wochen schlimmer wird, ist es zu spät. Um das zu verstehen, braucht man vor allem Bildung, die Touristen meist mitbringen und deshalb selten sterben. Im Tauchgebiet vor Manado trotzdem jedes Jahr einige. Flaschen-Tauchen ist lebensgefährlich, der Mensch dafür eigentlich nicht eingerichtet. Die Hunde dagegen haben hier nur 1 Sorge – mich! Ich jage sie, so gut ich kann (Leider mußte ich mein Gewehr in D lassen.). Z.Z. versuche ich mit einer Drahtschlinge einen der 5 marodierenden Hunde zu erwischen, denn Natur-Reservate mit streunenden Hunden kann man vergessen.

„Culturally, it is difficult to convince people that dogs can carry disease. In the traditional Balinese faith, people believe that dogs will take them to heaven. Many are kept as guard dogs, but as part of the island’s Hindu tradition, most are typically allowed to run and breed freely. They forage for food from restaurants and garbage heaps and have largely coexisted peacefully with locals and tourists. The entire island remained free of rabies until the first case was reported in November 2008.“ Angeblich werden die Seelen der verbrannten Toten der untersten Kaste zu Hunden, weshalb Balinesen Hunde nicht zu töten wagen. In Ubud sah ich sogar 2 Tierschützer-Büros, die den unmäßigen Hunde-Bestand per Impfung (und Geldsammlung!) vor der Vernichtung bewahren wollen. Diese Art der Sentimentalität scheint mir eher Teil des Problems zu sein.

Gefährlich ist es vor allem, zu glauben, daß in Indonesien medizinische Versorgung im Notfall funktioniert. Geht man generell davon aus, daß es nicht der Fall ist, hat man schon einen Teil der Vorsorge geleistet. Wem das Risiko zu hoch ist, der bleibt am besten zu Hause und bastelt was. Ich sprach mal mit einer Frau, die auf einem italienischen Bahnhof durch eine Bombenexplosion durch die Luft geschleudert worden war. Und in New York sollen ja auch häßliche Dinge passieren. Jene Stadt ist von Montréal/Canada etwa so weit entfernt wie Ubud/Bali vom gefährlichen Merapi auf Java (~550km). Das entspricht ungefähr der Entfernung Berlin-Amsterdam (Würde man nicht nach Montréal fahren, wenn in New York Wolkenkratzer zusammenbrächen?). Mein nächster aktiver Vulkan (Lokon) befindet sich ~30km entfernt, der gerade wieder sehr aktive Soputan 40km, der „erloschene“ Klabat 10km hinter meinem Nacken. Seit mehr als 10 Jahren.

Ein Medienereignis war hier der Tod des vom javanischen Sultan eingesetzten „Vulkan-Wächters“ beim Ausbruch des Merapi. Man fand ihn tot in Gebetshaltung. Wie die anderen Opfer hatte er sich geweigert, an der rechtzeitigen Evakuierung teilzunehmen. So bekam er eine Art Staatsbegräbnis, welches für das von Magie begeisterte Volk live übertragen wurde. Held oder Dummkopf?

Mein Wohnort ist ~1900km vom Merapi entfernt. Falls 1 Atlas zur Hand (oder Online-Karte), lohnt es also nicht, bei mir anzufragen, ob ich eventuell verschüttet worden bin, nur weil ich gerade nich blogge. Manchmal legt sich Asche dünn auf die Veranda oder auch Wüstensand aus Australien. Tom aus der Nähe von Boston, ein Amish mit deutschen Vorfahren, den ich in einer Eisdiele in Ubud traf, wußte gar nichts von Rabies und lachte über die Warnungen seiner Regierung. Man brauch einfach TV um unruhig zu werden.

Genug der sinnlosen Worte! Sie ändern ängstliche, über-informierte Menschen ohne Erfahrung meist nicht. Deshalb habe ich meine Rabies-Forschung in Form eines kleinen Videos veröffentlicht.

be-secure

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