Nachspiel

Viele sind unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl, besonders die Hunde. Obwohl in einigen Bezirken neu gewählt wurde – mit unbedeutend verändertem Ergebnis – haben in einem Kreis alle Bürgermeister Neuwahlen gefordert. Man kann das verstehen: Wer traditionell seine Ziele mit Korruption und Betrug erreicht hat, geht natürlich davon aus, daβ die Gegner genauso vorgehen. Da jedoch der Wahl-Sieger deutlich weniger Geld zur Verfügung hatte, müssen andere, ideelle Gründe den Wahl-Ausgang bestimmt haben, und das obwohl es Fransiscas offensichtliche Strategie war, alle Bürgermeister zu kaufen. Zusätzlich versprach sie jedem Dorf eine Zuwendung von ~80000EUR – eine für hiesige Verhältnisse gewaltige Summe. Sie wollte einfach das ganze Land kaufen. Und verlieren kann der Minahasa nicht, denn das bedeutet unerträglichen Gesichts-Verlust. Deshalb flüchtet man sich in verquere Logik, versucht mit kriminellen Aktionen „Gerechtigkeit” herzustellen – oder mit Gewalt. Das zentrale Wahlamt muβte mit Stacheldraht umgeben werden, und den Angriff der Verlierer auf die Urnen soll die Polizei sogar mit Gummi-Geschossen abgewehrt haben.

Auch sonst hat sich einiges verändert im Dorf: Die „Brigade Manguni”, diese auβerdemokratische, nationale Schutz-Organisation, die eher das Problem selbst als dessen Lösung war, hat sich gespalten. Der Leiter (“HIP HOP IS DEAD”) wurde abgesetzt und ein neuer gewählt, der mit uns zusammenarbeitet. Und da die Brigade die Urnen nach der Auszählung davor bewahrt hat, von Fransiscas Anhängern nochmal „nachgesehen” zu werden, aber von dem Gratis-Hund, den meine KORDES spendiert hat, nichts abbekam, war noch ein Hund fällig. Als Hund würde mir solch ein Wahl-Ausgang auch nicht gefallen. Der Hund meines Nachbarn ist zum Beispiel gar nicht mehr zu hören.

Zwar fährt unser Bürgermeister jetzt sein altes Motorrad, doch in Lembean spielte man schon wieder traditionell Kolintang. Bis zu 10 Xylophone in einem Zelt, leider mit einer alles zerstörenden, übersteuerten Mega-Sound-Anlage. Ich habe in den 80ern noch erlebt, wie angenehm es ohne Strom klingen kann, doch mit seiner Technik-Verliebtheit wird der moderne Minahasa auch dieses erhebliche kulturelle Potential noch auf 0 bringen. Über jedem Xylophon 1 Mikrofon, die Höhen ebenso wie die Bässe maximal – und schon wird das Zuhören schmerzhaft. Einen kleinen Eindruck bekommt man hier – zusätzlich verzerrt durch meine Nikon „Coolpix P90”.

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