Serangan Fajar

Ergebnis

Serangan fajar, der Angriff der Morgensonne, fiel diesmal aus – jedenfalls für die Partai Demokrat. Gemeint ist die Verteilung von Geld direkt an die Wähler. Streng verboten und sogar verfolgt. Trotzdem kam es vor. Für Tagelöhner, die gerade so viel verdienen, wie sie täglich brauchen, ist das durchaus bedeutsam. Wenn sie keinen Ausgleich für Arbeitsausfall bekommen, gehen sie nicht zur Wahl. Und so lag die Wahlbeteiligung in Bereichen, wo viele arme Landarbeiter wohnen, stellenweise bei unter 50%, insgesamt aber bei 75%. Außerdem meinen solche Leute meist nicht ganz zu Unrecht, daß es für sie ziemlich egal sei, wer gerade auf dem Thron sitze. Aber selbst eine erfahrene Wahlfälscherin, die unter Suharto fleißig Stimmzettel durch Beschädigung ungültig werden ließ, war vom Einsatz meiner Frau begeistert und erklärte, wenn Gott es nicht wolle, dann klappe es eben nicht. Gemeint waren natürlich die schamlosen Aktionen der politischen Gegner. 250 Wähler glaubte meine KORDES in den 2 Wochen ihres Blitz-Hilfs-Einsatzes garantieren zu können, 320 waren es dann. Und das Duo Sompie/Yulisa gewann Nord Minahasa.

Prozente

Offensichtlich die demokratischte Wahl in der Geschichte des Dorfes. Mehr als 24Std. mußten die Wahlurnen von bestallten Zeugen bewacht werden (auch das hatte meine KORDES zu organisieren), weil nach der letzten sogar Beamte der Kreisverwaltung den Urnen-Inhalt manipulierten. Die stärkste Gegenpartei Nr.4 mit Fransisca war sich ihres Sieges so sicher – es stand auch falsch in der Zeitung – daß sie eine Sieges-Parade organisierte, die von der Polizei gestoppt wurde. Verräter Meklan, Vorgänger meiner KORDES, war am Wahltag noch mit rotem T-shirt in den Farben der Pseudo-Linkspartei 4 (Megawati) rumgelaufen, nach der Niederlage tauchte er plötzlich mit blauer Jacke in den Farben der Regierungs-Partei Nr.5 (SBY) auf. Über solche Leute sagt man hier, sie hätten keine Galle.

Francisca

Und da ist sie, die reiche Verliererin Fransisca. Ich hatte mich schon die ganze Zeit gewundert, daß nichts Privates über sie zu erfahren war. Normalerweise das Markt-Geschwätz und viel wichtiger als jegliche visi und misi – soweit jene überhaupt vorhanden. Dann kursierte plötzlich eine SMS, angeblich von christlichen Insidern in Umlauf gebracht, die herausgefunden haben wollten, daß Fransiscas rätselhafter Geldzufluß u.a. aus dem Jihad-Bereich stamme. In Nord Sulawesi trage sie Kreuz, in Jakarta krudung, das Kopftuch. Sie sei verwitwet, Moslemin und Nebenfrau eines reichen Makassar-Haji. Ihr Geld bringe sie in Kartons aus Jakarta mit. Aus ihrem Reisebüro konnten jene Unsummen, die sie verteilte und versprach, nicht stammen. Dafür wird sich wahrscheinlich noch die Korruptions-Behörde interessieren. Wenn diese dunklen Anschuldigungen stimmen, war das ein schleichender Versuch, nach den Bomben in Manado und den Morden an Christen in Zentral Sulawesi, die Moslems nun auf „demokratischem“ Weg in Nord Sulawesi an die Macht zu bringen. Unserem Bürgermeister, der von Fransisca nicht nur 1 Umschlag sondern auch einen edlen PKW für die Zeit des Wahlkampfs erhielt, der ihm im Falles des Sieges verblieben wäre, bereitete das anscheinend kein Kopfzerbrechen. Obwohl er die bizarre Häufigkeit von Kirchen mal damit erklärte, daß – bei vorgeschriebenen Mindest-Abständen – die Lücken sonst mit Moscheen gefüllt würden. Nach Fransiscas Sieg sollte angeblich sogar ein Pesantren in unserem Dorf gebaut werden, also eine jener Islam-Schulen, die gerne von wandernden Terroristen genutzt werden.
Wir warten jetzt darauf, daß unser Bürgermeister wieder Motorrad fährt.
Den Urnenwächtern aber spendierte meine KORDES auf deren Wunsch hin 1 Hund. So nett sind wir. Den Kopf bekam Fitje, die den Hund gekocht hat.
„Der schmeckt besonders lecker mit dabu-dabu (Chili-Sauce)“, erklärte mir meine Frau.
„Ach ja? Ich hab noch keinen Hundekopf gegessen“, antwortete ich.
„Ja, so wie Schweinekopf auch einen besonderen Geschmack hat.“
„Ich ess keine Schweineköpfe.“
„Oder wie Fischkopf.“
„Ich ess keine Fischköpfe. Ich ess übahaupt keine Köpfe!“

3 Gedanken zu „Serangan Fajar

  1. Pingback: Bitte mehr Milde! | Flaschenpost

  2. Pingback: Essen in Feindesland | Flaschenpost

  3. Pingback: Wieder verloren | Flaschenpost

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s