Chinatown

Das Krokodil zu Singapur

Im heil’gen Teich zu Singapur
Da liegt ein altes Krokodil
Von äußerst grämlicher Natur
Und kaut an einem Lotosstil.
Es ist ganz alt und völlig blind,
Und wenn es einmal friert des Nachts,
So weint es wie ein kleines Kind,
Doch wenn ein schöner Tag ist, lacht’s.

Hermann von Lingg (1820-1905)

So geht mir das auch, obwohl mir im lausig engen Zimmer im „Inn at Temple Street“, einem restaurierten Shophouse, wo man den Koffer nur auf dem Bett öffnen kann, eher zum Heulen iss. Die schmerzenden Beine lasse ich mir nicht von den überall lauernden „Masseusen“ behandeln. Zwar habe ich den neuen, zauberhaft „alten“ Tempel mit Buddhas Zahn aus der Nähe betrachtet, doch ist bald nach meiner Rückkehr ein Besuch beim Zahnarzt fällig. Hätte ich dort was spenden sollen? Vielleicht hätte ich mich erfolgreicher an die heilige Apollonia von Alexandrien gewandt. Auch macht es keinen Sinn, im Jahr des Tigers ein Rollbild mit getuschten Goldfischen erstehen zu wollen. Gips einfach nich. „Wir ham Tiger‘‘, erklärt die chinesische Verkäuferin. „Ich will Goldfische“, erwidere ich. Muß ich eben warten bis zum Jahr des Goldfischs.

Ein Gedanke zu „Chinatown

  1. Pingback: Wucht in Singapore | Memoiren eines Waldschrats

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