SFMOMA

Vom San Francisco Museum of Modern Art habe ich ALLE Photos in einem Laptop-Crash verloren. Ein Wischer auf dem Touchpad und der gesamte Picture-Folder zerschoß sich in die Festplatte. Fuck Dell laptops, fuck touchpads, fuck Vista! Deshalb kann ich hier nur noch auf die Fotos eines Katalogs zurückgreifen.

Wenn man aus indonesischer Dorf-Primitivität, die vor allem eine geistige ist, an einen solchen Ort der Hochzivilisation kommt, kann man fühlen, was der Schweizer Architekt mit kulturellen Wurzeln in Italien, Mario Botta (*1943) meint, wenn er der Kunst-Betrachtung in einem Museum die Möglichkeit religiöser Erfahrung zuschreibt:

„In today’s city, the museum plays a role analogous to that of the cathedral of yesterday. A place of common encounter and confrontation. A place we require in order to challenge the hopes and contradictions of our time.
It is also a place where the values and aesthetics of the past are very much present and where the unique sensibilities of mankind are born witness throughout history. In fact, it might be possible to interpret the museum as a space dedicated to witnessing and searching for a new religiosity, which promotes and enriches those spiritual values that we so strongly need.”

Wenngleich Botta mit seinem Entwurf dem Ort eine unverwechselbare Identität gab, überzeugt mich seine manieristische Verwendung von Streifen und des steil angeschnittenen Zylinders (hier ideal als Oberlicht) beim SFMOMA eher als in seinen Privatbauten. Es handelt sich um die zweitgrößte Anlage in den US, die 1995 der modernen und zeitgenössischen Kunst gewidmet wurde. Pure Geometrie unter Verwendung von schwarzem und grauem Marmor, das Stahlskelett verkleidet mit Ziegeln in gebranntem Siena, die Außenwände durch Texturen aus Schattenfugen aufgelockert, innen kühles Weiß, mit einem Echo von F.L. Wright’s Guggenheim Museum. Der schwarz-weiß gestreifte Turm mit verglaster Schnittfläche läßt natürliches Licht in die zentrale Halle fallen.
Ergänzt wird der Kunst-Genuß durch das „Caffè Museo“ im Erdgeschoß, das mit einer großen Fensterfront den Blick auf das draußen pulsierende Leben freigibt. 

Im Eingangsbereich der Turmhalle wird der Tempelcharakter noch deutlicher. Dabei wirkt er mit seinem Fußboden aus Streifen polierten schwarzen und grauen Granits doch lebendig wie eine Piazza. Dort genau in der dunkel glänzenden Mitte saß kontrastreich vor dem Treppenaufgang eine mit einem altertümlich wirkenden langen, weißen Kleid kostümierte Frau auf einem Büro-Drehstuhl und kontrollierte die Eintrittskarten. Auf den ersten Blick hielt ich das für eine Installation oder, da sie sich geringfügig bewegte, für Performance. Als ich sie deswegen frage, ob ich sie fotografieren könne, lehnt sie jedoch ab. Na gut, dann nich. Das Foto wär sowieso wech gewesen.

Ralston Crawford, „Vertical Building“, 1934, 102 x 87cm
http://en.wikipedia.org/wiki/Ralston_Crawford

3 Gedanken zu „SFMOMA

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