I wish I was in New Orleans

 

Well I wish I was in New Orleans
I can see it in my dreams
arm in arm down Burgundy
a bottle and my friends and me
hoist up a few tall cool ones
play some pool and listen to that
tenor saxophone calling me home
and I can hear the band begin
When The Saints Go Marching In
by the whiskers on my chin
New Orleans I’ll be there

I’ll drink you under the table
be red nose go for walks
the old haunts what I wants
is red beans and rice
and wear the dress I like so well
meet me at the old saloon
make sure there’s a Dixie moon
New Orleans I’ll be there

Tom Waits (1976)

Die Bourbon Street im French Quarter unterscheidet sich inhaltlich nicht wesentlich von der Reeperbahn in Hamburg. Zu Cajun- oder Zydeco-Musik tanzen kann man dort nicht. Wohl aber auf der Straße flanieren in einer lauten, saufenden Menge, die ich nicht in ihrer Spätphase erleben möchte. In den Händen halten die verzweifelt Glück Suchenden hohe Plastik-Behälter mit einer grünen Flüssigkeit: „Hand Grenade, New Orleans‘ most powerful drink. You gotta have one!“ „It’s indeed legal to drink on the streets in New Orleans.“ Man trägt dazu billige Ketten aus Plastik, die man den Frauen von den typischen umlaufenden Balkonen zuwirft, die bereit sind, dafür ihre Brüste zu entblößen. Sieht man also mit Ketten reichlich behängte Frauen, haben sie sich bereits derartig befreit. „Despite what you may have seen and heard, nudity is illegal … ‘Flashing’ may earn women a ticket … .
Da wo die Bourbon in die Canal Street mündet, ein mobiler, hydraulisch liftbarer Polizei-Container, der wirkte, als ob sie von dort wie von einem Jägerstand notfalls in die schnurgerade sündige Meile hineinschießen wollten.

Fruit of a French scam, the New World being
one big get-rich-quick scheme, it sank its bricks
in Mississippi mud; the first dry row
received the wood of columned Greek Revival.
The whores in Storyville were kept in cribs
like pigs, naked and doomed. The yellow fever
wiped out one third the populace each summer,
but there were always more, both slaves and masters.

Now good times are the commodity marketed,
not cotton, indigo, molasses, rice.
On Bourbon Street the modern pickaninnies
tap-dance, but sullenly; the strip joints hawk
that quickly spoiled crop, flesh, night after night,
and bad rock outshouts jazz’s gracious ghost.

John Updike, “New Orleans”, 2001

Frucht französischen Betrugs erscheint die neue
Welt ein riesiges Wie werd ich reich-Programm,
in den Schlamm des Mississippis senkte sie
die Ziegel; und der ersten trockenen Reihe gab
man einen griechisch anmutenden Säulenwald. In Storyville
hielt man Nutten wie Schweine in Gattern nackt und verdammt.
Jeden Sommer raffte das Gelbfieber jeden Dritten
dahin, gleichwohl: es wurden stetig mehr – Sklaven so wie Herren.

Heutzutage wird der Spaß beworben
statt Wolle, Indigo, Melasse, Reis. Noch steppen
auf der Bourbon Street moderne Negerkinder
– mürrisch längst; und Nacht für Nacht verhökern Striplokale
ihren schnell verderbenden Bestand: das Fleisch,
und schlechter Rock zerbrüllt den güt’gen Geist des Jazz.

Christian Lux, „Americana“, luxbooks, 2008

Ein Gedanke zu „I wish I was in New Orleans

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s