Geld stinkt

Pecuniae non olet. Was? Geld stinkt nich? Indonesisches schon. Es iss sogar feucht und Blut klebt dran, wenn meine Frau es vom Markt nach Hause bringt. Sie muβ es erst zum Trocknen im Innenhof auslegen und manchmal sogar waschen. Geldwäsche soll hier übahaupt sehr verbreitet sein. Da gips so merkwürdige Hotels und Läden, bei denen man den Eindruck hat, daβ sie nich mal die Miete einbringen, und auch bei der gigantischen Investitions-Blase am Küsten-Boulevard in Manado fragt man sich, wie damit je Geld verdient werden soll. Die dort entstandenen Super-Märkte und Ladenzeilen, die immer noch erweitert werden, verfallen schon bevor sie voll vermietet sind. Schmuggel, Menschenhandel, verbotenes Glücks-Spiel, Korruption – die hiesige Führungsschicht würde in D überwiegend im Gefängnis sitzen (und ein Teil sitzt bereits). Aba alle sehr religiös!

Da liegen übrigens 250.000,- Rupiah (~20EUR). Zum Glück ham wir keine Ratten im Haus, die gern Geld fressen – weil es so appetitlich riecht. Ich seh mir die Scheine nur ab und zu mal an, denn ich hab selten Geld inner Tasche. Nich daβ meine Frau mir keins geben würde, sondern ich brauch kaum was. Nur manchmal ein paar 1000Rupiah-Piβ-Scheine zum gebührenpflichtigen „Chinesen-Abseilen“ in der Mega-Mall.

Das Profil von „Klein Cäsar“ wurde nach und nach immer plastischer. Viele wuβten von seinen Machenschaften, aber niemand wagte sich an ihn ran. Unserem neuen, jungen Polizei-Chef bot er angeblich einen Kachel-Fuβboden für die Dorf-Wache, wenn dieser ihm dafür Erlaubnis zum Hahnenkampf gegeben hätte, was auch schwer verboten iss, weil die Wilden sich beim Wetten ruinieren.

Wie meine Frau dann erfuhr, geriet sogar ich ins Visier des Chefs, der noch grüner als seine Uniform wirkte und sich anscheinend auch profilieren wollte. Man solle doch mal mein Grundstück untersuchen, da das Tor immer zu sei, und er sich frage, was ich den ganzen Tag tuhe. Nun – was mache ich? Wenn ich nich blogge, nehm ich meine Maschinen-Gewehre auseinander, öle die Teile gründlich ein und setze sie wieder zusammen. Und der ganze Hof iss voller Geld.

Ein Gedanke zu „Geld stinkt

  1. Pingback: Gestank in der Bank | Flaschenpost

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