It could have been so wonderfool

 

 Architektonisch ist Manado ein hoffnungsloser Fall. Als Welt-Tourismus-Stadt gab es große Anstrengungen, diesen elenden Platz für das Jahr 2010 herauszuputzen. Es stinkt weniger, es gelang jedoch nicht einmal, die Bürgersteige begehbar zu machen, und man hätte wenigstens Geschmack (wie in Singapore) und moderate Korruption (wie in Berlin) benötigt, um irgendetwas Interessantes zu gestalten. Geld war genug da, das nicht nur in einem wahrscheinlich erheblichen Investionsschwindel, in den Taschen des Bürgermeisters (z.Z. deswegen im Gefängnis) und in einer absurden Massenbebauung des Küstenboulevards (in der ortsüblichen miserablen Qualität) verpuffte. Was für eine vergeudete Chance! Eine Super-Mall neben der anderen, in jeder die gleichen Geschäfte, viel stehen schon wieder leer oder wurden nie bezogen. Selbst wenn man fähige Bau-Arbeiter zur Verfügung gehabt hätte, ohne Gefühl für Ästhetik läßt sich nichts Bemerkenswertes erstellen. Dabei reicht es nicht, eine Stadt mit den Meisterwerken berühmter internationaler Architekten in ein Architektur-Museum umzuwandeln, so daß man beim Verlassen des Flugzeugs nur feststellen kann: Aha, 1 Botta! Sieh da, 1 Libeskind!, Oho, 1 O. Gehry! Ei wei, 1 Pei! Sondern man sollte durch Verbindung der Moderne mit dem Ortstypischen noch erkennen können, wo man sich eigentlich befindet.

In Manado dagegen ließ man nichts wachsen, sondern schüttete das alte Hafenbecken (s.o.) zu und rammte eine öde neue Boulevard-Zone gleich ins Meer. Leider ohne schöpferische Idee.

Aber wenigstens hat die Landschaft um Manado eins der gigantischten Jesus-Monumente im totalitären Stil des Faschismus und Kommunismus bekommen.

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