Noch eina

Was die christlichen Missionare in Nord Sulawesi vernichtet haben, kann man an diesem Beispiel eines geschnitzten Grab-Schmucks aus dem ehemaligen Bezirk Tonsawang erahnen (De Minahassische „Waroega“, C.T. Berthling, 1931). Die Schnitzereien und Bemalungen sollen u. a. Schlangen darstellen und das Schlüpfen aus der Schlangenhaut für die alten Minahasa den Wechsel aus der realen in die Geisterwelt symbolisiert haben. Die Tonsawang, Einwanderer, die – wie die Alifuren auch – anscheinend von den östlichen Gewürzinseln um Halmahera kamen, erhielten ihren Namen, weil sie sich im Naβreisanbau als sehr geschickt erwiesen (sawah = Naβreisfeld). Da sie sich aber nicht erfolgreich vermehrten, wichen sie weiter nach Südwesten ins Gebiet um Kakas und Tompaso aus. Auch dort waren sie den ansässigen Minahasa sehr willkommen, verloren aber immer noch Stammesmitglieder. Es dauerte eine Weile, bis den doofen Tonsawang klar wurde, daβ der Grund für ihr Schwinden der starke Bedarf der Minahasa an Köpfen für ihre poso genannten Rituale war. Ich habe das in „Unter Hundefressern“ (Kapitel XI) bereits beschrieben. Erst kürzlich wurde per Handphone blitzschnell in ganz Nordsulawesi die Warnung verbreitet, in Kema würden wieder Köpfe abgeschnitten. Leute zählt eure Kinder nach! Die Polente muβte extra in der Zeitung dementieren.

http://insellos.wordpress.com/2012/03/31/balongsong/

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