Lebensberechtigung

5 Jahre für ~2.100,-EUR! Nach 8 Jahren Aufenthalt gelang mir das zum ersten Mal! War ein langer und manchmal hoffnungsloser Weg. 5 Jahre keine quälenden Verhandlungen mehr mit schmierigen, korrupten Beamten. 5 Jahre Ruhe? Sehr unwahrscheinlich.

In der Imigrations-Behörde in Manado befand sich der Leiter gerade in einer anderen Dienststelle. Wir also dorthin, damit er endlich unterschrieb. Das wollte er aber nicht, weil seine Behörde das Schreiben für die direkt zuständige Imigrasi in Bitung falsch ausgefertigt hatte. Also wieder warten. Ich ging inzwischen Richtung Küste, weil ich das nicht aushalten kann. Diese kleine, falsche Chef-Sekretärin mit dem groβen Kopf, die immer versucht, uns auf eigene Rechnung auszupressen – für solche Leute hab ich weder Geduld noch Lächeln übrig. Das macht alles meine Frau, die für mich sponsort. Ich hätte ihnen längst die Akten um die Ohren gehaun und damit final verspielt. Da gab es „Blitzkrieg“, der u.a. über Menschenrechte referiert, der eine 1jährige Aufenthalts-Genehmigung im (wörtlich) „Blitzkrieg“-Verfahren erledigte, aber teurer als die 5 Jahre. Der eine Legende über mich zusammenfälschte, die dem Amtsleiter in Bitung sofort auffiel, welcher aber kuschen und unterschreiben muβte und sich ärgerte, daβ nicht er den Löwenanteil bekommen hatte. Ich konnte nur den Kopf schütteln und feststellen: „Das ist nicht von mir!“

Es gibt Tarife, manchmal sind diese sogar an der Wand ausgestellt, aber wehe, man bezahlt nur das! Dann sind die Akten monatelang irgendwo unterwegs oder verschwinden ganz. Und bevor sie uns die Unterlagen aushändigten, baten sie um Spenden für Kirchenbau oder zu Idul fitri oder: „Der Chef wird doch jetzt versetzt. Wollen Sie ihm nicht auch 1 Souvenir geben?“ Natürlich alles ohne Quittung. Und man muβte noch aufpassen, daβ das Geld nicht bei der korrupten Chef-Sekretärin hängenblieb. Ich kenne keine Verwaltung in Nord Sulawesi, wo das anders ist. Zwar sind die Beamten wegen der verstärkten Korruptions-Verfolgung vorsichtiger geworden, aber der Trend ist ungebrochen. Wenn einer dieser Typen, die das eigene Land lähmen, zu „helfen“ anbietet, erhöht sich gleich mein Blutdruck. Manche Amtsleiter sind kultiviert und relativ anständig, eher aber skrupellos geldgierige Monster. Alles eine Frage des Zufalls und des Verhandlungsgeschicks. Kein Territorium für mich.
Die Chef-Sekretärin meldet sich spätestens zu Weihnachten regelmäßig: Ob wir ihr nicht was schenken wollten? Nö, wolln wa nich.

Und als ich mal eben nach Amerika zu reisen beabsichtigte, sah es wieder so aus: „Re-entry-permit“. Damit sie mich wieder reinlassen. Sollte ganz einfach gehn, kurz vor der Abreise, damit ich die volle Länge nutzen könnte. Ich bräuchte nicht mal anwesend zu sein. Aber dann wurde meine Unterschrift gebraucht, es dauerte und verlief chaotisch wie immer.

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