Geisterbaum

„Bei uns in Gorontalo”, erklärt Mad, nachdem er sich, erschöpft vom Tragen der Reissäcke mit dem gerade gedroschenen Reis, zusammen mit Ronnie, seinem Schwager, am Fuβe eines von mir gepflanzten Benjamini auf einem Lavafels niedergelassen hat, „bei uns werden diese Bäume immer gekappt, weil sie …”
„… als pohon hantu, Geisterbäume angesehen werden“, ergänzt meine Frau. „Deshalb ist es auch so heiβ in Gorontalo.“
Ronnie dagegen, Moslem wie Mad, macht es sich auf den Wurzeln bequem und lehnt sich gegen den Stamm: „Schön hier! Bequem und so angenehm kühl. Sogar 2 Stämme.“
„Das sind Luftwurzeln, die mit dem Stamm zusammenwachsen. Für uns Buddhisten ist das ein heiliger Baum!“
„Ooooh“, staunt Mad, dessen Frau beim Passieren immer nervös nach oben kuckt, seitdem sich dort eine 2m-Schlange wochenlang zur Häutung niedergelassen hatte.

So müβte man es machen, um weiteren Kahlschlag zu verhindern. Es müβten heilige Bäume für die Wilden sein, wie auf Bali, wo man diese gewaltigen Gebilde noch als Dorfmittelpunkt finden kann. Man müβte die Leute bei ihrem Aberglauben packen: „Als Jesus mal unter einem Pohon Beringin (Urostigma Benyaminum) einen Hund fraβ …“

Ein Gedanke zu „Geisterbaum

  1. Möglicherweisse würde man Dich enteignen, wenn man heilige Baum auf Deinem Grundstück finden würde !

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