Die Chinesen

China bietet das Bild einer rein sinnlichen Kultur, die sich mit dem äuβeren Leben abfindet, so gut es gehen will, ohne alles höhere Streben, somit ohne allen wahren lebendigen Fortschritt. Religion, Kunst und Wissenschaft bleiben im Sinnlichen stecken; … Die Sorge für ein angenehmes äuβeres Leben entwickelt wohl den Verstand, aber sie macht ihn spitzfindig, abgefeimt, wenn die edlere Seite des Lebens abstirbt. Eine Hauptursache der Versumpfung chinesischer Kultur liegt in der Abgeschlossenheit dieses groβen Reiches. … Im Menschenleben ist die Geselligkeit nicht allein eine Quelle der Freude und des Glücks, sondern auch gebieterische Notwendigkeit, eine heilige Pflicht. … Der Chinese ist verständig, aber es fehlt ihm die lebhafte Natur; er ist nicht so weich wie sein Nachbar, der Hindu, aber doch viel zu weich kräftigeren Stämmen Asiens gegenüber.

Magazin für Literatur des Auslandes (um 1881)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s